Das Wien - E-Book

DAS WIEN AKTUELL 8 Das Wien: Frau Bundesminister, „Das Wien“ gratuliert zur neuen, spannenden Aufgabe. Sie sind die 26. Verkehrsministerin der Zweiten Republik. Das bedeutet, dass Ihre Vorgänger allesamt nicht sehr lange im Amt waren. Haben Sie vor diese Statistik zu verbessern? Leonore Gewessler: Ja. Denn wir haben genug zu tun. Unser Pro- gramm für die kommenden Jahre ist ambitioniert, die Ziele sind klar: Österreich soll 2040 klimaneutral sein. Um die Weichen dafür richtig zu stellen haben wir – wie die Wissenschaft es uns sagt – zehn Jahre Zeit. Das war auch für mich ein Motivationsgrund, in die Poli- tik einzusteigen. Weil wann, wenn nicht jetzt. Das Wien: Sie werden von den Medien als „Superministerin“ beze- ichnet. Das liegt daran, dass Ihr Res- sort „supergroß“ ist. Sie sind verant- wortlich für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie. Ist das zu schaffen? Gewessler: Ich freue mich, dass ich diese schöne Aufgabe über- nehmen darf, weil das ein Ministe- rium mit sehr engagierten Beam- tinnen und Beamten und mit den spannendsten Themen für unsere Zukunft ist. Daran zu arbeiten, wie wir möglichst günstig, bequem und umweltfreundlich unterwegs sind, die Wende zu erneuerbarem Strom zu gestalten und die Natur für unsere Kinder zu erhalten. Klimaschutz ist eine große Auf- gabe. Und die lastet nicht alleine auf meinen Schultern, sondern Klimaschutz ist etwas, das es ge- meinsam zu schultern gilt. Das Wien: Die ÖVP hat Ihnen mit Magnus Brunner einen Sta- atssekretär zur Seite gestellt. Sehen Sie diesen als Unterstützung oder als „Aufpasser“, und welche Bere- iche wird er übernehmen? Gewessler: Magnus Brunner hat einen eigenständigen Aufgaben- bereich, er übernimmt die Agen- den für Luft- und Schifffahrt. Wir arbeiten sehr konstruktiv zusam- men und werden gemeinsam das ambitionierte Regierungspro- gramm umsetzen. Es gibt genug zu tun! Das Wien: Sie sind eine grüne Min- isterin, die einen Generalsekretär in ihrem Ressort installiert hat. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen, da doch besonders die Grünen die unter Türkis-Blau eingesetzten Generalsekretäre, heftig kritisiert haben? Gewessler: Herbert Kasser ist ein ausgewiesener Experte und bleibt auch Chef der Sektion Infrastruk- turplanung und –finanzierung. Ich habe mich bewusst dafür entsch- ieden, keine politische Besetzung vorzunehmen, sondern jemanden aus den Reihen der Sektionschefs zu wählen, der mich bei den großen inhaltlichen und struk- turellen Aufgaben dieses Ministe- riums im Team mit den anderen Sektionsleitungen unterstützt. Das Wien: Sie organisieren Ihr Ministerium derzeit neu und bauen es organisatorisch um. Was haben Ihre 25 Vorgänger falsch gemacht, dass Sie sich zu diesem Schritt veranlasst sehen? Und wissen Sie schon ob es sechs oder sieben Sek- tionen werden? Gewessler: Das Ministerium hat es in dieser Form ja bisher nicht gegeben, ein Klimaschutzressort mit derart umfassenden Kompe- tenzen ist ein Novum. Dafür wan- dern zwei Sektionen und einige Abteilungen aus dem bisherigen Landwirtschaftsministerium in mein Ressort, das dann für Klima- schutz, Umwelt, Energie, Mobil- ität, Innovation und Technologie zuständig sein wird. Wir arbeiten jetzt an der bestmöglichen Struk- tur für die große Aufgabe. Das Wien: Sie haben Maßnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes als besonders dringlich bezeichnet. Dazu zählen unter anderem die Gewessler: "Österreich wird im Jahr 2040 klimaneutral" Um die Weichen dafür richtig zu stellen haben wir – wie die Wissen- schaft es uns sagt – zehn Jahre Zeit. Das war meine Motivation. Leonore Gewessler – Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie Fotos © Cajetan Perwein Ich freue mich, dass ich diese schöne Aufgabe übernehmen darf. Bundesministerin Leonore Gewessler

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