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DAS WIEN AKTUELL 23 E xakt 2.030 Mal wurden Bus und Bim im Vorjahr von falsch ge- parkten Fahrzeugen blockiert. Das bedeutet, dass die Öffis mehr als fünf Mal täglich durch Falschpar- ker an der Weiterfahrt gehindert wurden. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um rund 300 Störungen. In enger Zusammenarbeit mit den Bezirken entschärfen die Wiener Linien laufend erfolgreich Falsch- parker-Hotspots durch Halte- und Parkverbote. Falsch geparkte Autos sind nicht nur für die Wiener Linien ein ganz besonderes Ärgernis, sondern vor allem für die Fahrgäste. Es kann bis zu 40 Minuten dauern, bis Bus und Bimweiterfahren können. Für die Fahrgäste bedeutet das: „Bitte warten." Generell gilt für AutofahrerInnen: Die Betonplatten, auf denen die Gleise liegen, müssen immer frei bleiben. Zusätzlich sollten die Sei- tenspiegel eingeklappt werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wartet einfach eine Bim bzw. einen Bus ab. Werden Bus und Bim blockiert, kann das mitunter mehrere hundert Euro kosten. Neben einer Verwaltungs- strafe sind auch die Kosten für den Feuerwehreinsatz oder Ab- schleppdienst zu tragen sowie die Überstunden des notwendigen Personals. Fotos:© Suzy Stöckl Anstöße von Dompfarrer Toni Faber Familie früher und heute F amily Matters“, die aktuelle Ausstellung im Wiener Dom- museum setzt exzellente Bildwer- ke der Geschichte mit expressiven zeitgenössischen Kunstwerken in Dialog. Eine herrlich gotische Madonna mit Kind wird einer hyperrealistischen alten Frau mit Kind von Sam Jink gegenüberge- stellt. Soll damit die biblische Sara, die noch mit 90 Jahren ein Kind empfing, gemeint sein? Oder ist das eine Anspielung auf den ge- sellschaftlichen Druck auf Frauen, in ihren jüngeren Jahren nicht auf Karriere zu verzichten und erst in späteren Jahren das, vielleicht sogar reproduzierte, Wunschkind zu bekommen? Streit und Gewalt, denen Kinder in der Familie leider viel zu oft ausgesetzt sind, werden in Maria Lassnigs Bild „Obsorge“ handgreiflich demonstriert. An Vaterstatt ist auffallend oft eine Leerstelle. Ein zärtlicher Vater in der Gestalt des fürsorglichen Josef ist in der Kunstgeschichte selten anzutreffen. Ausnahme: Ein Werk von Diodato Massimo zeigt das Jesuskind sich vertraulich an die Schulter Josefs kuschelnd. Familienaufstellungen aus Zeiten des Barock und des Biedermeier sprechen eine andere Sprache: Da dominiert der herrschaftliche Vater das Bildgeschehen weit- gehend, die Seinen um sich ver- sammelt. Familienbilder in einer Fotowand von Katharina Mayer führen in die vielfältige Gegen- wart: Patchwork Familien, allein- erziehende Mütter, ein gleichge- schlechtliches Adoptionspaar, das Kindern aus anderen Kulturen und Sozialschichten Gelegenheit gibt, Familie neu zu erleben. Ob man will oder nicht: Die Her- kunftsfamilie prägt einen fürs Leben. Und das gesellschaftliche Familienbild unterliegt dem Wan- del der Zeit. Doch auch heute gilt: Familie hat Zukunft. Ist sie doch schon immer bunter als man denkt. D er Meistertitel soll künftig vor dem Namen als Abkürzung geführt und in öffentlichen Do- kumenten eingetragen werden und die Lehrlingsentschädigung heißt nun Lehrlingseinkommen. „Wertschätzung beginnt zwar bei der Sprache, aber das alleine reicht nicht, um die Lehre spür- bar attraktiver zu machen“, sagt SPÖ-Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner zu den türkis-grünen Neuerungen bei der dualen Ausbildung, die „rein kosmetischer Natur“ sind. Es brauche Anreize und dafür muss auch Geld in die Hand genom- men werden. „Die SPÖ fordert für jeden Lehrling mindestens 850 Euro pro Monat ab dem ersten Lehrjahr“, betont die SPÖ-Chefin, die damit auch auf die Kürzungen bei den Jugendlichen in über- betrieblichen Lehrwerkstätten zielt, die noch von der letzten schwarz-blauen Regierung unter Kurz durchgeführt wurden. „Die müssen zurückgenommen wer- den“, erklärt Rendi-Wagner klipp und klar. Frage der Fairness Das SPÖ-Lehrlingspaket spannt den Bogen von einem Sprach- monat für Lehrlinge über einen Rechtsanspruch auf Bildungsfrei- stellung bis hin zur Möglichkeit, die Meisterprüfung gratis zu machen. „Das ist eine Frage der Fairness. Auch für die Matura oder eine Abschlussprüfung an der Uni müssen keine Gebühren bezahlt werden“, sagt Rendi-Wagner. Vergebene Chance Die türkis-grünen Neuerungen im Berufsausbildungsgesetz hin- gegen wertet die SPÖ insgesamt als eine vergebene Chance der neuen Bundesregierung und ihres Sozialministers. „Hier wurden Maßnahmen ohne Begutachtung eins zu eins von Schwarz-Blau abgeschrieben.“ Manche im Re- gierungsprogramm vorgestellte Maßnahmen vermisse Rendi-Wag- ner aber, wie etwa die Förderung junger Mädchen in technischen Lehrberufen. „Darauf hat man ganz vergessen. Schade!“ Rendi-Wagner: "850 Euro ab dem ersten Lehrjahr" Die Lehre muss attraktiver werden, um Fachkräfte- mangel entgegenzuwirken. Mehr Geld für Lehrlinge. 2019–wenigerFalschparker © Astrid Knie © Wiener Linien

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