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DAS WIEN AKTUELL 21 E in kürzlich veröffentlichter Greenpeace-Report zeigt auf, dass der internationale Li- monadenkonzern Coca-Cola die Plastikkrise massiv verstärkt und regelmäßig gegen Umweltschutz lobbyiert. Das milliardenschwere Unternehmen produziert welt- weit 200.000 Einweg-Plastikfla- schen pro Minute. Die Flaschen von Coca-Cola landen öfter in der Natur als Produkte von sämtlichen anderen Marken. Die Verantwor- tung dafür weist der Konzern jedoch von sich. Stattdessen baut Coca-Cola nach außen ein ver- meintlich nachhaltiges Image auf und betreibt hinter den Kulissen intensives Lobbying gegen stren- gere Abfallgesetze, Pfandsysteme und Mehrwegquoten. Green- peace fordert, dass Coca-Cola seiner Plastikflut endlich ein Ende setzt und auf ein nachhaltiges Mehrwegsystem umsteigt. Der Konzern muss endlich Verant- wortung für seine gigantischen Müllberge übernehmen und von Wegwerfplastik auf Mehrweg- flaschen umstellen”, fordert Lisa Panhuber, Konsumexpertin bei Greenpeace in Österreich. Die Marktmacht von Coca-Cola ist auch in Österreich enorm. Bis zu 300.000 Plastikflaschen verlassen stündlich das Werk im Burgen- land. Im Limonadensegment hält der US-amerikanische Konzern in Österreich rund 50 Prozent Markt- anteil. Diese Macht nutzt Coca- Cola vor allem auf EU-Ebene für Lobbying. Coca-Cola hat im Jahr 2018 laut EU-Transparenzregister mehr als 950.000 Euro investiert, um auf EU-Ebene seine Profit- interessen voranzutreiben und Umweltgesetze auszuhebeln. Im ersten Halbjahr 2019 war der Kon- zern Sponsor der rumänischen EU-Ratspräsidentschaft. Im Vor- feld der EU-Einwegplastik-Richtli- nie hatten Coca-Cola und weitere Konzerne 70 Lobbymeetings mit EU-PolitikerInnen, mit dem Ziel, die Richtlinie abzuschwächen. Um von seinen Müllbergen abzu- lenken, setzt der Plastikriese auf Greenwashing und propagiert unter anderem Recycling. Un- erwähnt bleibt jedoch, dass Recy- cling noch lange nicht ausgereift ist und dabei weiterhin viel Mate- rial verloren geht. Auch werden in Österreich nur 28 Prozent der PET- Flaschen verwendet, um neue Flaschen herzustellen. So müssen Getränkeunternehmen in Öster- reich jährlich tausende Tonnen PET-Material aus dem Ausland importieren, um die Nachfrage von Unternehmen nach Re-PET- Flaschen zu decken. Eine Mehrweg-Glasflasche ersetzt bis zu 50 Einweg-Flaschen, eine Mehrweg-PET-Flasche bis zu 20 Einwegflaschen. Doch im Super- markt sind die Limonadenge- tränke von Coca-Cola aktuell nur in Einwegplastik oder Dosen er- hältlich. Die umweltfreundlichen Mehrwegflaschen sind in Öster- reich 2009 aus den Regalen ver- schwunden. „Riesen tragen große Verantwortung. Wenn Coca-Cola seine eigenen Versprechen für eine saubere Umwelt ernst nimmt, muss es seine Getränke in Mehr- weg-Flaschen anbieten“. Laut Greenpeace: Coca Cola Top-Plastikverschmutzer Aus klimaschädlichem Erdöl und unter größtem Energieaufwand produziert Coca Cola Unmengen vonWegwerfplastik. Coca-Cola-Flaschen am Strand. © Greenpeace/ Marten van Dijl © Jack Perks/Greenpeace

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