Das Wien - E-Book

DAS WIEN AKTUELL 12 Das Wien: Der Nationalratswahl- kampf ist bereits in vollem Gange. Sie sind die Spitzenkandidatin der FPÖ-Wien. Wo sehen Sie Ihre Schwerpunkte? Dagmar Belakowitsch: Wesent- liche Punkte sind die Bekämpfung der illegalen Migration, das Thema Sicherheit und für mich als Sozial- sprecherin besonders wichtig die Sicherung des Sozialsystems. Das umfasst neben den Pensionen und der Gesundheitsversorgung auch die Mindestsicherung. Das Wien: Bleiben wir gleich bei der illegalen Migration: Das Jahr 2015 ist lange vorbei, seither haben die Flüchtlingsströme massiv nach- gelassen, etwa 13.000 Personen stellten 2017 einen Asylantrag. Wa- rum ist das ein Schwerpunkt? Dagmar Belakowitsch: Wir sehen, an den EU-Außengrenzen steigt der Andrang an Menschen, die nach Europa wollen. Die Zahl der Migranten, die über das Mittel- meer kommen, nimmt ebenfalls zu. Italien lässt ja die Boote wieder anlegen, das bedeutet, dass der Druck in Österreich größer wird. Die Willkommenskultur der politi- schen Eliten ist offenbar wieder auf dem Vormarsch. Ausreisezentren wurden sofort wieder umbenannt, das Asylrecht soll durch die Lehre für Asylwerber wieder ausgehe- belt werden und die Grenzen zu Italien sind weit offen. Das Wien: Aber macht es denn nicht Sinn, jungen Menschen eine Ausbildung zu ermöglichen, anstatt sie herumsitzen zu lassen? Dazu kommt, dass Österreich einen Fach- kräftemangel hat. Dagmar Belakowitsch: Seit Jahr- zehnten beklagt die Wirtschafts- kammer den Fachkräftemangel. Es wäre an der Zeit, endlich auch junge Menschen auszubilden. Hunderte junge Menschen wer- den außerdem um sehr teures Geld in überbetrieblichen Lehr- werkstätten ausgebildet, weil sie keine Lehrstelle bekommen. Zu- dem sind beim AMS etwa 30.000 junge asylberechtigte Personen als arbeitssuchend gemeldet. Da- her sollten Betriebe zunächst auf dieses Potential zurückgreifen. Das Wien: Bei der Mindestsiche- rung gibt es ja nun Kürzungen für Asylberechtigte, aber auch für Familien. Kritiker sagen, damit würden die Armen bekämpft, nicht die Armut? Dagmar Belakowitsch: Die Re- form der Mindestsicherung war mehr als überfällig, da wir – und hier vor allem in Wien – gesehen haben, dass die Kosten explodie- ren. In Wien liegen die Ausgaben für die Mindestsicherung bei ca. Wiener FPÖ-Spitzenkandidatin DagmarBelakowitsch DieReformderMindestsicherungwarmehr alsüberfällig. InWien liegendieKostendafürbei über einerMilliardeEuro. Dr. Belakowitsch im Interview in der Redaktion von "DASWIEN" amKohlmarkt mit Herausgeber Heinz Knapp. © Das Wien An den Außengrenzen steigt der Andrang an Menschen. Dagmar Belakowitsch Mir ist wichtig, dass die Wiener Bevölkerung sicher leben kann. Dagmar Belakowitsch

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