Das Wien - E-Book

DAS WIEN POLITIK 6 S ie steht mit ihren vielseiti- gen Zuständigkeitsberei- chen weiter im Blickpunkt der Öffentlichkeit, etwa bei der Kar- freitags-Regelung, der Pflege- Diskussion oder der Mindestsi- cherung: Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Mag. Beate Hartinger-Klein (FP). Im Interview mit „Das Wien“ will die Ressortchefin die häusliche Pflege weiter unterstützen und ausbauen. Die „blaue“ Ministe- rin lehnt eine unterschiedliche Behandlung von Patienten im Gesundheitswesen strikt ab. Sie bekämpft eine mögliche Zwei-Klassen-Medizin. Das Wien: Wir haben uns in den letzten Interviews schon öfter über den Schwerpunkt „Pflege“ unter- halten. Eine Pflegeversicherung ist für Sie nicht „der Stein der Weisen“, eine Aufwertung des Pflegeberufes und eine Anhebung der Pflegestu- fen sollen erfolgen. Zuletzt gab es bei Lohnverhandlungen sogar Streiks der Menschen, die einen schwierigen Sozialberuf ausüben. Wie ist hier der aktuelle Stand? Hartinger-Klein: Hier wurden intensive Verhandlungen geführt. Doch schlussendlich ist man zu einem Ergebnis gekommen, das für beide Seiten zufriedenstellend war. Das Wien: Haben Sie sich schon einmal persönlich in einem Heim von der Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger ein Bild gemacht? Hartinger-Klein: Nicht nur das. Wir führen laufend Gespräche mit sämtlichen Expertinnen und Experten auf diesem Gebiet, um beim Masterplan Pflege das best- möglichste Ergebnis erzielen zu können. Der vermehrte Wunsch nach häuslicher Pflege ist absolut nachvollziehbar, darum ist es mir als Sozialministerin ein besonde- res Anliegen, die Pflege und Be- treuung für alle Menschen in Ös- terreich in bestmöglicher Qualität nachhaltig sicherzustellen. Das Wien: Sind Sie für eine Un- abhängigkeit der Statistik Austria? Sie haben ja zuletzt fünf Fragen zu einer EU-Erhebung zum Thema Ar- beitszeit und Arbeitsorganisation gestrichen. Warum? Hartinger-Klein: Bei der von Ih- nen erwähnten Umfrage handelt es sich um „Meinungen“, aber nicht um notwendige Fakten für das BMASGK zum Thema „Zufrie- denheit mit Arbeitszeit“. Daher und aus dem Grundsatz sparsa- mer Mittelverwendung wurde von einer Teilnahme abgesehen. Das Wien: Wie bewerten Sie den bevorstehenden Urnengang bei der Arbeiterkammer? Hartinger-Klein: Wie vor jeder anstehenden Wahl. Das Wahlrecht ist ein hohes Gut. Wer in einer De- mokratie lebt, sollte auch davon Gebrauch machen. Das Wien: Rechnen Sie damit, dass der Bundesrat nach seinem Nein zum Ökostromgesetz auch Geset- ze im sozialen Bereich torpedieren wird? Hartinger-Klein: Nein, davon gehe ich nicht aus. Das Wien: Die Regierungsparteien haben sich bereits mit dem Papa- Monat angefreundet. Wann kommt er? Hartinger-Klein: Hier führen wir derzeit gute Gespräche mit den Ministerinnen für Familien und Wirtschaft und freuen uns über die Unterstützung. Wir werden eine gemeinsame Lösung ausar- beiten, damit dem gemeinsamen Wunsch der vermehrten Väterbe- teiligung nachgekommen werden kann. Wird aber nicht mehr allzu lange dauern. „Wir wollen in Österreich keinen islamischenFeiertag“ Arbeits- und Sozialministerin Mag. Beate Hartinger-Klein verteidigt Karfreitags-Regelung. Sie bekämpft eine Zwei-Klassen-Medizin in heimischen Krankenhäusern und in den Kuranstalten. Herausgeber Heinz Knapp imGespräch mit Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FP). © Ulrich Renner Der vermehrte Wunsch nach häuslicher Pflege ist nachvollziehbar. Beate Hartinger-Klein

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