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DAS WIEN AKTUELL 22 K ein Ende der heftigen Diskus- sionen nach einer tödlichen Kuh-Attacke auf eine 45-jährige Deutsche im Tiroler Stubaital. Be- kanntlich wurde der Tierhalter, ein Landwirt, zu einemSchadenersatz von 490.000 Euro verurteilt. Die Vorschläge reichen vom Versiche- rungsschutz für Almgeher über ein spezielles Wander- bzw. Hun- deverbot bis hin zum gänzlichen Einzäunen der Rinderweiden. Jetzt melden sich die Naturfreun- de zu Wort, die schon vor dem tra- gischen Zwischenfall einen Folder für „Weidetiere auf den Almen“ herausgegeben haben. Mag. An- dreas Schieder, Vorsitzender der Naturfreunde Österreich, hält klar fest: „Die Naturfreunde engagier- ten sich schon seit der Gründung für den freien Zugang zur Natur und werden auch zukünftig da- rauf achten, dass das erstrittene Wegerecht nicht in Frage gestellt wird!“ Die Naturfreunde Öster- reich rufen zur gegenseitigen Rücksichtsnahme auf. Almen und andere Berg- und Waldgebiete sollten für alle zugänglich sein. Mit gegenseitiger Rücksichtnah- me kann dieser Lebensraum von verschiedenen Tieren und den Menschen gemeinsam genutzt werden. Das Einzäunen von Al- men lehnen die Naturfreunde entschieden ab! Kürzlich fand dazu auch ein runder Tisch in der Landesregierung in Kärnten statt. Klaus Bayer, Landesgeschäfts- führer der Naturfreunde Kärnten nahm daran teil und stellte fest: „Das Kuh-Urteil wurde aufgrund der Besonderheiten der örtlichen Gegebenheiten gefällt und spie- gelt nicht die Situation auf den ös- terreichischen Almen wider.“ Der Unfall wäre auch nicht auf einem Wanderweg passiert, sondern auf einem auch „von Radfahrern und anderen Fahrzeuglenkern stark frequentierten, öffentlichen Weg“, wo zuvor schon ein aggressives Verhalten der Mutterkuhherde aufgefallen sei. Die Rechtssicher- heit müsse für Almbauern be- stehen bleiben. Das vorliegende Urteil sei, so die Experten, eine Einzelfallentscheidung. Für die Naturfreunde Österreich sind die bewirtschafteten Almen ein wich- tiges Kulturgut. Eine Trennung von Wanderern undWeidevieh sei nicht machbar und nicht sinnvoll, auch wenn es hin und wieder zu fatalen Situationen kommen wür- de. Und Kärntens Naturfreunde- Vorsitzender Mag. Phillipp Liesnig ergänzt: „Wenn sich Almgäste falsch verhalten, kann es zu ge- fährlichen Situationen kommen. Das freie Wegerecht muss aber bleiben! Es gibt schließlich auch noch so etwas wie eine Eigenver- antwortung …“ Naturfreunde-Tipps bei gefährlichen Situationen: l Großen Sicherheitsabstand zu Herden halten – mindestens 20 Meter! l Nicht mitten durch eine Herde gehen! l Lärm und hektische Bewegun- gen vermeiden! l Immer auf demmarkierten Weg bleiben! l Almen zügig, aber ohne Angst zu zeigen, durchqueren! l Keinesfalls Tiere streicheln oder füttern! l Die Weidegatter schließen! l Nicht auf Almweiden jausnen, auf denen sich Weidetiere be- finden! l Bei Drohgebärden oder wenn ein Tier auf jemanden zu- kommt, langsam entfernen (zum Gatter), Hektik vermeiden! Auf keinen Fall weglaufen oder den Rücken zudrehen. Bäume und Sträucher können Schutz bieten. Vorsicht ist auch gebo- ten, wenn Hunde mitgeführt werden. Sie gelten als natürliche Feinde des Weideviehs. Nach Kuh-Attacke: „Kein Einzäunen der Almen!“ Die Naturfreunde setzen sich nach dem tragischem Todesfall und dem aufsehenerregenden Urteil für ein freiesWegerecht ein. Auch nach dem nun gefällten Urteil des Landesgerichts Innsbruck darf das freie Wegerecht aus Sicht der Naturfreunde nicht infrage gestellt werden. © Regina Hrbek / Naturfreunde Österreich S eit Jahresbeginn besteht die Möglichkeit, den Familienbonus Plus in der laufenden Lohn/Gehalts- abrechnung zu berücksichtigen. Dazu benötigt der Dienstgeber das ausgefüllte Formular E30 sowie eine Bestätigung über den laufenden Fa- milienbeihilfenbezug. Dieser Bonus sieht eine Steuerent- lastung von € 1.500 je Kind und Jahr bis zum 18. Geburtstag des Kindes vor, danach beträgt dieser Bonus € 500 pro Kind und Jahr, sofern für über 18-jährige noch Familienbei- hilfe bezogen wird. Voraussetzung dafür ist ein inländischer Wohnsitz. Bei (Ehe)Partnern kann der Fa- milienbonus aufgeteilt werden, entweder nimmt ein Partner den gesamten Bonus in Anspruch oder der Bonus wird 50:50 auf die Partner aufgeteilt. Im Falle von Unterhaltsverpflichtun- gen kann der Bonus im Einverneh- men entweder im Verhältnis 100/0, 50/50 oder 0/100 aufgeteilt werden. Voraussetzung für die Berücksichti- gung beim Unterhaltsverpflichte- ten ist, dass auch tatsächlich Unter- haltszahlungen erfolgen. Gerade im letztgenannten Fall kann oftmals zwischen den (Ex)Partnern kein Einvernehmen hergestellt werden. Hier sieht der Gesetzgeber grundsätzlich die Aufteilung mit 50 /50 vor. Bis 2021 gibt es dazu eine Über- gangsregelung, wonach jener El- ternteil, der überwiegend für die Kinderbetreuung (bis zum 10. Le- bensjahr des Kindes) aufkommt, 90 % des Bonus erhält, sofern die tat- sächlich getragenen Kinderbetreu- ungskosten mindestens € 1.000 pro Jahr betragen. Letztgenannte Aufteilungsvarian- te kann ausschließlich bei der Ar- beitnehmerveranlagung geltend gemacht werden. Die bezahlten Kinderbetreuungskosten sind ent- sprechend nachzuweisen. Familienbonus Plus ab 2019 Tipps vom Steuerprofi! Steuerberater Mag. PeterWeitzel peter@weitzel-steuerberatung.at © Helga Rader

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