Das Wien - E-Book

DAS WIEN FREIZEIT 20 S chon als Kind war er von bunten Blumen fasziniert. Heute gilt er als „Vorzeige- Biogärtner“, hält zahlreiche Vorträge und gibt in den ver- schiedensten Medien wertvolle Ratschläge über „Biologischen Gartenbau“ und „Naturgär- ten“: Karl Ploberger, ORF-Mo- derator und leidenschaftlicher „Pflanzenflüsterer“. Der gebür- tige und sympathische Oberös- terreicher, Jahrgang 1959, lässt sich von den Farben und Düften der Pflanzenwelt verzaubern. Das Wien: Sie haben zunächst Handelswissenschaft studiert, wur- den Journalist und Moderator. Wie sind Sie bei Garten und Blumen „ge- landet“? Wie wird man zum „Pflan- zenflüsterer“? Ploberger: Garten ist seit meinem 6. Lebensjahr mein Hobby. Daher sage ich immer: „Ich arbeite nicht, sondern ich genieße es mein Hob- by auszuleben“. Das Wien: Sie haben ein Buch mit dem Titel „Der Garten für intelligen- te Faule“ herausgegeben. Was kann man sich darunter vorstellen? Ploberger: Das ist mein erstes und liebstes Buch. Ich wollte und will damit das biologische Gärt- nern einer breiten Öffentlichkeit schmackhaft machen. Gärtnern mit und nicht gegen die Natur ist einfacher und macht weniger Ar- beit. Beispiel: Das Mulchen. Der Boden wird mit bsp. Grasschnitt bedeckt. Da muss man weniger gießen und es wächst weniger Unkraut. Und der Regenwurm freut sich. Das Wien: Ihr letztes Werk – um welches Thema ging es da? Wie lau- tete der Titel? Ploberger: Erschienen ist das Werk letztes Jahr und verbindet Küche und Garten. „Gartenlust und Küchenzauber“ habe ich mit meiner Tochter geschrieben. Ein- fache, aber köstliche Rezepte für die Küche. Einfache und biologi- sche Tipps für den Garten. Das Wien: Sie bezeichnen sich als Biogärtner. Was kann man unter diesem Begriff verstehen? Ploberger: Ganz einfach: Keine Chemie, kein Gift. Nur Natur pur. Das Wien: Haben Sie den „grünen Daumen“? Ploberger: Ich denke mehr als einen. Als Kind habe ich schon begonnen, als Jugendlicher das 1. Glashaus selbst gebaut und heute liebe ich meinen 2500 m 2 großen Garten Das Wien: Der Frühling steht vor der Tür, Pflanzen blühen. Was steht zuerst bei Blumen im Garten oder auf dem Balkon an? Ploberger: Farbe und Duft sind jetzt gefragt. Primeln, Narzissen, Hyazinthen, aber auch schon Kräuter, Salate und der Kohlrabi dürfen nicht fehlen. Das Wien: Und was sollte man schon im Gemüsegarten beherzi- gen? Ploberger: Eine alte Faustregel sagt: Die Beete erst betreten, wenn keine Erde mehr an den Stiefeln kleben bleibt. Daher nicht übereilen. Aber dennoch: unter Vlies lassen sich schon Salate und Kohlrabi ziehen. Meine Favoriten: Asiasalate. Sie überstehen auch ei- nige Minusgrade problemlos. Das Wien: Was ist besser zumDün- gen – Kuhmist oder Guano? Ploberger: Kompost! Der wich- tigste Humuslieferant im Garten. Kuhmist ist hervorragend. Ich würde ihn aber zuerst auf dem Kompost mit den anderen orga- „Düfte sind die Gefühle der Blumen“ – das findet auch der sympathische Blumenfreund Karl Plober- ger. Der Bio-Gärtner gilt als perfekter Pflanzenkenner und verfügt über eine umfangreiche Biblio- thek zumThema„Garten und Pflanzen“. Fotos © Christoph Böhler „Nur Natur pur – da freut sich auch der Regenwurm“ Österreichs prominenter Bio-Gärtner Karl Ploberger gibt im „Das Wien“-Interview erste Tipps für die beginnende Gartenzeit. Der „Blumenbändiger“ empfiehlt für das Büro den„Elefantenfuß“. Das praktische Hochbeet steht hoch im Kurs. Keine Frage – der Klimawan- del hat auch eine Auswir- kung auf den Anbau der Pflanzen! Karl Ploberger

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