Das Wien - E-Book

DAS WIEN GESUND 28 MeinWien wird plastikfrei! D ie Europäische Union hat ei- nen radikalen Schritt in Rich- tung Plastikreduktion gesetzt: In Zukunft werden Plastikbesteck, Wattestäbchen, Strohhalme und Luftballonstäbe verboten sein – alles Produkte, die nach einer sehr kurzen Nutzungsdauer im Müll landen. Doch das ist noch nicht alles: Auch der Verbrauch von Produkten wie Bechern oder Essensverpackungen soll redu- ziert werden. Für Greenpeace ist das sehr erfreulich: Endlich wurde eines der größten Umweltproble- me unserer Gesellschaft wahrge- nommen. Aber was heißt das jetzt eigent- lich für uns Konsumenten? Die größte Veränderung in unse- rem Alltag bedeutet sicherlich die von der EU beschlossene Sam- melquote von Plastikflaschen: Im Jahr 2025 müssen 77 Prozent aller Plastikflaschen in Österreich wieder eingesammelt werden, bis 2029 sollen es sogar 90 Prozent sein. Konkret bedeutet das, dass ein Einwegpfand in Österreich unumgänglich ist. Für Konsumen- ten sicher eine Umstellung: Man wird gebrauchte Plastikflaschen wieder zurück in den Supermarkt bringenmüssen. Doch der Nutzen ist immens: Die Müllberge – auch die im eigenen Haushalt – werden zurückgehen, und es wird für die Recyclingunternehmen hierzu- lande viel mehr Flaschen zum Aufbereiten geben. Das ist besser als der bisherige Weg, wo sehr viele Flaschen im Restmüll landen und schlicht verbrannt werden. Leider gibt es in der Richtlinie kei- ne klare Aufforderung, auf Coffee- to-go-Becher zu verzichten. Dass diese dennoch ein großes Pro- blem in Sachen Plastikmüll dar- stellen, zeigen die Zahlen: Alleine in Wien landen täglich 200.000 dieser Trinkgefäße im Müll – auf das Jahr gerechnet sind das mehr als 70 Millionen Becher, die nach einmaliger Nutzung weggewor- fen werden. Und: Diese Becher können nicht recycelt werden, da der Karton der Becher innen mit Kunststoff beschichtet ist, und man diese beiden Materia- lien nicht trennen kann. Das be- deutet, sie können nur verbrannt werden. Einen eigenen Thermos- becher mitzubringen, empfiehlt sich übrigens auch finanziell: Vie- le Coffeeshops bieten inzwischen Preisreduktionen auf den Kaffee, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt. Es ist gut, dass die EU nun Maß- nahmen setzt, die für alle gleiche Bedingungen schaffen. Doch das nimmt uns selbst nicht aus der Pflicht: Jede und jeder Einzelne von uns kann beim Einkauf be- wusst auf Plastik verzichten, sei es beim Sackerl oder bei Verpackun- gen. Lasst uns gemeinsam Wien plastikfrei machen! Aktion mit Schauspielerin Klebow gegen Plastiksacker © Mitja Kobal/Greenpeace Plastikstrand © Hung-Hsuan Chao/Greenpeace

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMjE=