Das Wien - E-Book

DAS WIEN GESUND 22 S ie gilt als Expertin im Bere- ich der Plastischen, Ästhe- tischen und Rekonstruk- tiven Chirurgie: Die gebürtige Kärntnerin Univ. Doz. Dr. Barbara Zink, Diplomate of Ebopras. Im Gespräch mit “Das Wien” spricht die gelernte und anerkannte Chirurgin über das heutige Schön- heitsideal, notwendige „Korrek- turen“ und mögliche Eingriffe in die menschliche Hülle. Zink operi- ert als Konsiliarfachärztin in zwei Spitälern und in ihrer modernen Klagenfurter Praxis. Und die Ärz- tin stellt fest, dass die Nachfrage nach Weihnachtsgutscheinen für „Schönheitsbehandlungen“ weit- er steigt. Das Wien: Schlagwort „Schön- heitschirurgie“. Ist das nur etwas für die Schönen und Reichen? Dr. Zink: Diese Zeiten sind vorbei. Die Möglichkeiten der operativen Eingriffe wurden durch ein großes Spektrum an minimal invasiven Behandlungen erweitert. Darüber hinaus sind, getriggert durch den heutigen Lifestyle unsere Leistungen einem deutlich bre- iteren Publikum zugänglich ge- worden und damit auch leistbarer. Veränderungen am Körper vorzu- nehmen wurde enttabuisiert, man ist auch bereit für Gesundheit und Wohlbefinden Eigenleistung zu erbringen. Das Wien: Was versteht man ei- gentlich genau unter Plastischer Chirurgie? Dr. Zink: Leider kommt es hier im- mer wieder zu einer Vermischung der Fachbegriffe. Das Fachgebiet setzt sich im Wesentlichen aus drei Bereichen zusammen. Die Plastische Chiru- rgie verbessert Körperform und Funktion, die Ästhetische Chirur- gie verbessert Altersveränderun- gen und korrigiert gefühlte Makel und die Rekonstruktive Chirurgie umfasst Brust-, Tumor-, Verbren- nungs-, Nerven-, Micro-, Hand- und Replantationschirurgie. In der Öffentlichkeit wird der Plastische Chirurg leider immer öfter auf den Ästhetischen Bereich reduziert und fälschlicherweise als Schön- heitschirurg bezeichnet. Das Wien: Welche Möglichkeiten umfasst dieser medizinische Bere- ich? Oder anders gefragt: Was kann und sollte man alles „korrigieren“? Dr. Zink: Als Mediziner steht für mich die Wiederherstellung von körperlicher Gesundheit und Funktionalität im Vordergrund. Der Gesundheitsbegriff bein- haltet aber auch das seelische Wohlbefinden. Die Korrektur von körperlichen Makeln ist für mich daher nicht im Widerspruch. Es gilt jedoch genau abzuwägen, ob die Wünsche und Ziele auch real- isierbar sind. Durch die bunte Me- dienwelt wird die Realität oftmals verzerrt. Mit Hilfe einer Fachber- atung sollten die Möglichkeiten, aber auch die Risiken im Einzelfall gut darstellbar sein. Die Entschei- dung es wirklich „machen zu las- sen“ muss schlussendlich jedoch selbst gefällt werden. Das Wien: Stimmt es, dass sich immer mehr Männer unter das Messer legen – und für welche Op- erationen? Dr. Zink: Im Laufe der letzten Jahre sind unsere Männer nicht nur mode- und figurbewusster geworden. Auch sie möchten das Rad der Zeit anhalten, oder ihr äußerliches Erscheinungs- bild optimieren. Dabei musste ein Umdenken auch in unseren Reihen erfolgen, -denn Männer wollen weiterhin auch männlich aussehen. Die Wünsche sind wie bei uns Frauen mannigfaltig, zu den Hauptproblemen gehören der Bauch, die Brustregion und die Lidkorrekturen. Wenig inva- sive Eingriffe zur Faltenlinderung, wie Botulinumtoxin oder Hyal- uronsäure, oder diverse Laserther- apien zu Hautverjüngung werden häufig gefragt. Rote Äderchen an der Nase, braune Flecken im Ge- sicht oder am Handrücken findet „mann“ auch nicht schick. Das Wien: Wann würden Sie einen Eingriff strikt ablehnen? Dr. Zink: Operationen und Be- handlungen können immer nur die „Fassade“, bestenfalls die Funktion verbessern. Seelische Schmerzen, psychische Probleme, beruflicher und innerfamiliärer Ärger kann damit nicht behoben werden. Es ist wichtig dies zu erkennen und nicht zum Beispiel im tiefen Schmerz einer Trennung ein Facelift vorzunehmen, denn das Ergebnis kann zu diesem Zeit- punkt nicht zur Freude gereichen, sondern nur zu allem Überdruß noch einen körperlichen Schmerz hinzufügen. Das Bedürfnis nach Schönheit… Univ. Doz. Dr. Barbara Zink, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, im aktuellen Interview über Schönheitswahn, Männer unter`m Skalpell und notwendige Korrekturen. Die bekannte Medizinerin Univ. Doz. Dr. Barbara Zink, Fachärztin für Chirurgie sowie Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chir- urgie. Fotos © Helge Bauer Der Begriff Schönheit unterliegt laufend Änderungen… Dr. Barbara Zink © adobeStock/Benko Zsolt

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