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DAS WIEN POLITIK 18 D em „blauen“ Wiener Klubchef und FP-Verkehrssprecher Toni Mahdalik ärgern die plötz- lich aus dem Boden schießenden E-Scooter. Er fordert rasch ent- sprechende Regeln für diese neue Art der Mobilität. Und - Mahdalik stellt sich hinter die Wiener Taxler! DasWien: Frage an einen ehemali- gen Profi-Fußballspieler des Wiener Sportclubs – ist der Skandal rund um das KH Nord samt U-Kommis- sion nicht ein aufgelegter Elfer für die FP? Mahdalik: Das Milliardengrab KH Nord ist ein Skandal der Sonder- klasse. Jede Sitzung der U-Kom- mission bringt weitere erschre- ckende Erkenntnisse ans Licht und bestätigt uns in der Annah- me, dass man unzählige Fehler und Missstände vermeiden hätte können. Die Wiener SPÖ hat beim Skandalbau auf allen Ebenen ver- sagt. Ziel der Kommission ist es nun, die Entscheidungsträger und politisch Verantwortlichen Einzel- personen ausfindig zu machen und entsprechende Konsequen- zen daraus zu ziehen. Mit der La- dung von Ex-Gesundheitsstadträ- tin Wehsely ist man bereits auf der richtigen Fährte. Die Wiener Steu- erzahler haben ein Recht auf lü- ckenlose Aufklärung der zwielich- tigen Verstrickungen – schließlich müssen sie für den finanziellen Schaden aufkommen. Das Wien: Ein Wochenmagazin hat Sie als „Österreichs schrillsten Pateimanager“ bezeichnet. Können Sie dem zustimmen? Mahdalik: Nunja, diesen Titel habe ich mir wohl durch meine Art, die Dinge beim Namen zu nennen, verdient. Wie will man etwas verändern, wenn man sich nicht traut, klipp und klar zu sa- gen, wo es klemmt? Ich würde mich allerdings nicht als schrill be- zeichnen, sondern eher als „echt wienerisch“. Das Wien: Sie haben SP-Funktio- näre mit Ratten verglichen. Wes- halb dieser tierische Vergleich? Mahdalik: Die Aussage „die Rat- ten verlassen das sinkende Schiff“ war auf die Postenschacherei der SPÖ Wien in Zusammenhang mit dem Namen Wehsely bezogen. Nach dem Wechsel von Ex-Ge- sundheitsstadträtin Sonja zu Sie- mens kehrt nun auch Schwester Tanja dem Wiener Gemeinderat den Rücken und wird Geschäfts- führerin der Volkshilfe Wien. Der Name Wehsely dürfte in der SPÖ also ein Garant für einen fixen Ver- sorgungsposten nach der Polit- Karriere sein. Zudem geschah der Rücktritt der „zweiten Wehsely“ nur kurz nach dem Abgang von SPÖ-Bundeschef Christian Kern. Die Genossen sind also von enor- men Personalproblemen geplagt – da macht man sich auch von Seiten der Opposition Sorgen um den Fortbestand anderer Partei- en. Das Wien: Die E-Scooter-Fahrer nehmen in Wien rasant zu. Fehlen hier klare Regelungen? Und – fah- ren Sie selbst so ein Gerät? Mahdalik: Nachdem wird die gelben Chinesen-Radln endlich loswerden konnten, verunstalten nun rechtswidrig stehengelas- sene E-Scooter das Wiener Orts- bild. Ob im Wienfluss, auf Kreu- zungen oder in Hauseingängen – rücksichtslose Nutzer lassen die E-Scooter nach dem Gebrauch einfach in der Gegend liegen. Ver- kehrsstadträtin Vassilakou muss hier ordentliche Regeln aufstel- len, damit das Miteinander im Wiener Straßenverkehr auch funk- tionieren kann. Bleibt nur zu hof- fen, dass E-Scooter-Fahrer neben Radlern nun nicht zu ihren neuen Lieblingen werden. Schließlich muss auch auf Fußgänger und Autofahrer Rücksicht genommen werden. Das Wien: Zuletzt tauchten Ge- rüchte über eine mögliche blau-tür- kis-pinke Stadtregierung nach der nächsten Wiener Wahl auf. Könn- ten Sie demwas abgewinnen? Mahdalik: Der nächste Wahlter- min ist offiziell im Herbst 2020, vielleicht auch früher. Bereits jetzt über eine mögliche Koalition zu mutmaßen wäre in höchstem Grad unprofessionell. Das Wien: Der Wiener „Taxi“-Krieg ist noch immer nicht beendet. Uber gegen Wiener Taxis. Wie bewerten Sie das? Mahdalik: Taxler gehören zu Wien, wie der Wein. Dass nun durch ein ausländisches Trans- port-Unternehmen wie UBER, das noch dazu undurchschauba- re Strukturen aufweist, der Preis gedrückt und Taxler um ihre wirtschaftliche Existenz bangen müssen, wird von uns abgelehnt. Wir Freiheitlichen stehen zu 100 Prozent hinter der Wiener Taxi- Innung. „Brauchen Regeln für die E-Scooter in der Innenstadt“ FP-Klubchef Anton Mahdalik fordert Rücksichtnahme imVerkehr. Der Ex-Fußballer pocht auf stärkere Förderung des Breitensports. DEr Wiener FP-Klubobmann Anton Mahdalik im Gespräch mit „Das Wien“: „Ich bin nicht schrill, sondern eher echt wienerisch.“ Das Tierhaltegesetz nennt der Politiker noch als wichtiges The- ma. © F12 PR Beim KH Nord hätte man unzählige Missstände ver- hindern können! Anton Mahdalik

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