Das Wien - E-Book

DAS WIEN POLITIK 14 I n den hellen Räumlichkeiten des Wiener Rathausclubs der Neos im zweiten Stock eines mächtigen Gebäudes in der Landesgerichts- straße außerhalb des Rathauses sind einige junge Partei-Mitarbei- ter mit Routinearbeiten beschäf- tigt. Christoph Wiederkehr, seit September Klubchef der Neos in Wien, wirkt „locker“ und kann mit seinen 28 Jahren bereits auf eine dreijährige „Dienstzeit“ als Gemeinderat verweisen. Harald Raffer („Das Wien“) sprach mit dem gebürtigen Salzburger über die pinke Oppositionspartei, über Aktionen der fünf Abgeordneten im Landesparlament und über sein gelebtes Engagement für Gerechtigkeit. Eines stellte Wie- derkehr gleich klar: „Ich möchte sicher nicht als Politiker in Pension gehen!“ Das Wien: Wie würden Sie die Wer- te der Neos kurz beschreiben? Wiederkehr: Wir sind freiheitslie- bend und wir leben nachhaltig – wir denken sowohl ökologisch wie ökonomisch auch an die nächste Generation. Das Wien: Wodurch unterscheiden sich die Neos von den anderen Par- teien? Wiederkehr: Wir sind in Wien eine klare Kontrollpartei. Wir kon- trollieren hier die Mächtigen, also die Stadtregierung. Damit sind wir eigentlich die einzige Partei, die auf eine wirksame Kontrolle setzt – auch gegenüber der Bundesre- gierung mit Schwarz-Blau. Das Wien: Kritiker behaupten die Neos wären nach dem LIF ein Ab- leger der Wirtschaftspartei ÖVP mit dem heimlichen Parteichef Hasel- steiner…. Wiederkehr: Nein – ganz im Ge- genteil! Wir sind natürlich eine völlig eigenständige Partei, die als Bürgerbewegung gegründet wor- den ist. Da haben Menschen mit- gemacht, die der bisherigen Po- litik nicht mehr tatenlos zusehen wollten. Auch aus unterschied- lichen Gründen. Da waren auch ein paar aus der Volkspartei oder den Grünen dabei, aber auch viele Unabhängige die politisch noch nie aktiv waren. Deshalb sehen wir uns als liberale Zentrumspar- tei, wo alle mitmachen können, denen ein neues Österreich am Herzen liegt. Das Wien: Ganz ehrlich – hat Par- teichefin Meinl-Reisinger schon die Lücke von Parteimitbegründer Mat- thias Strolz gefüllt? Wiederkehr: Es gab danach gar keine Lücke. Wir sind sehr froh, dass diese Übergabe großartig funktioniert hat. Wenn man sich da andere Parteien ansieht, die immer noch mit sich selbst be- schäftigt sind. Bei uns kann man das Gegenteil behaupten. Bei uns ging es nahtlos weiter. Beate Meinl-Reisinger ist eine großarti- ge Oppositionspolitikerin. Das hat sie schon in Wien bewiesen. Das zeigt sie jetzt auch auf Bundes- ebene. Sie bekommt laufend viel Zuspruch. Das Wien: Kommt es in Wien zu vorzeitigen Neuwahlen? Wiederkehr: Ich gehe nicht da- von aus. Auch Bürgermeister Lud- wig erklärt ständig, dass der Wahl- termin 2020 eingehalten wird. Wir sind aber als Neos jederzeit bereit, falls vorgezogen gewählt wird. Das Wien: Mit welchem Spitzen- kandidaten werden die Neos in Wien antreten? Sind das Sie? Wiederkehr: Das ist bei uns noch offen. Das entscheidet bei uns, im Unterschied zu anderen Parteien, „Kämpfen gegen Korruption und die Freunderlwirtschaft“ Der Wiener Neos-Klubchef ChristophWiederkehr sieht seine Partei als wichtige Kontrollinstanz im Rathaus. Er will bei der Bezirksverwaltung„abspecken“. Der 28-jährige pinke Politiker wünscht sich mehr Innovation im Kulturbereich. Der Wiener Neos-Klubchef ChristophWiederkehr, BA im Gespräch mit „Das Wien“: „Wir Neos sind freiheitsliebend und pflegen einen nachhaltigen Lebensstil. Mit anderenWorten – wir denken auch an die nächste Generation….“ © Ullrich Renner „Wir sind in Wien eine klare und fleißige Kontrollpartei!“ ChristophWiederkehr

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