Das Wien - E-Book der aktuellen Ausgabe

DAS WIEN AKTUELL 18 Fotos: © Mitja kobal greenpeace Die Bio-Avocado Die Bio-Avocado aus Südafrika oder doch lieber konventionelle Paradei- ser aus dem Glashaus in Österreich: Für Konsumentinnen und Konsu- menten wird es im Supermarkt immer schwieriger, die ökologisch beste Entscheidung zu treffen. Auch die über 100 Lebensmittelgütezei- chen und Labels geben nicht immer die gewünschte Orientierung, son- dern verwirren vielmehr. Ein gutes Beispiel sind Labels wie „aus natur- nahem Anbau“ und „aus umwelt- gerechter Landwirtschaft“, die nicht aussagekräftig sind– oder haben Sie schon mal von Gemüse gehört, das nicht naturnah angebaut wurde? Lassen Sie sich von solchen wohl- klingenden Slogans nicht beirren. Um sich beim Einkaufen zurechtzu- finden, gibt es einige Faustregeln, auf die man sich verlassen kann: Da, wo Bio draufsteht, ist garantiert immer Bio drin - das bedingt eine entsprechende EU-Verordnung. Lebensmittel mit Bio-Gütezeichen schmecken nicht nur gut, in der Bio-Landwirtschaft sind zudem Pflanzengifte und Düngemittel verboten. Damit schont man die Tier- und Pflanzenwelt. Welche Gütezeichen im Lebensmittelbe- reich zu empfehlen sind, zeigt der Greenpeace-Guide „Zeichen-Tricks“. (www.greenpeace.at/guetezeichen ) Optimal ist es zudem, Bio-Produkte aus der Region zu kaufen. Denn je länger die Transportwege sind, des- to mehr klimaschädliches CO2 wird ausgestoßen. Bei regionalen Pro- dukten ist der Transport vom Feld in die Supermarktregale deutlich kürzer als bei konventionellen Pro- dukten. Auch die Jahreszeit spielt beim Ein- kaufen eine Rolle: In einem Biosai- sonkalender kannman immer nach- sehen, welches Obst und Gemüse gerade Saison hat. Somit ist ganz klar: Auf Bio-Gütezei- chen ist immer Verlass. Ein zusätzli- cher Blick auf die Herkunft und in den Biosaisonkalender schützt das Klima und damit auch die Umwelt. Alles Bio? Von Nunu Kaller Konsumen- tensprecherin Greenpeace in Österreich D ie Veröffentlichung des ak- tuellen Greenpeace-Güte- zeichen-Guides in „DAS WIEN“ sorgte bei unseren Lesern für enormes Aufsehen! Wie berich- tet, sind wir im Supermarkt ei- nem schier unüberschaubaren Dschungel von über 100 Güte- siegeln, Güte- und Qualitätszei- chen konfrontiert. Wie Green- peace allerdings aufdeckt, sind ein Drittel dieser Gütezeichen nicht vertrauenswürdig oder sogar kontraproduktiv für die Erreichung von Nachhaltigkeits- zielen. Es sind oft nur Zeichen- tricks… Der Konsum von Lebensmitteln ist bekanntlich mit Umweltpro- blemen verbunden. Besonders problematisch sind die Produkti- on und der Konsum von Fleisch, Fisch und Palmöl. Auch der Ein- satz von Pestiziden verursacht dramatische Schäden. Gerade in diesen Bereichen wurden in den letzten Jahren viele Gütesiegel entwickelt und auf den Markt gebracht. Dabei lehnen immer mehr Menschen die Art und Weise ab, wie Lebensmittel pro- duziert werden, und wollen öko- logisch verträglichere und ge- sündere Produkte kaufen. Aber woran erkennt man ein„grünes“ oder „nachhaltiges“ Produkt? Die Zahl jener Produkte, die vor- geben, „nachhaltig“, „bio“ oder „100 Prozent natürlich“ zu sein, ist in den letzten 20 Jahren ex- plodiert. Geht man heutzutage Lebensmittel kaufen, ist man oft völlig überfordert mit der Flut an „grünen“ Versprechungen. Auf vielen Verpackungen finden wir Symbole oder Schriftzüge, die wie Gütesiegel aussehen, aber sehr oft bloßer Etiketten- schwindel sind. Greenpeace hat 26 Gütesiegel bzw Gütezeichen auf deren Vertrauenswürdigkeit getestet und bewertet (Mit Plus- und Minuspunkten). „DASWIEN“ veröffentlicht erstmals die Ergebnisse: agroVet Ei (HG) – vertrauenswür- dig; AMA-Gütesiegel – bedingt vertrauenswürdig (Schwach- punkte im Bereich gentechnisch veränderter Futtermittel), AMA Bio – sehr vertrauenswürdig; ASC (für Aquakulturen) – ab- solut nicht vertrauenswürdig; Bio Austria – sehr vertrauens- würdig; Demeter – sehr ver- trauenswürdig; Donau Soja – vertrauenswürdig; EU-Bio – vertrauenswürdig; Fairtrade – vertrauenswürdig; Garantiert traditionelle Spezialität – abso- lut nicht vertrauenswürdig; Ge- nussRegionÖsterreich – bedingt vertrauenswürdig; Geschützte geographische Angabe – wenig vertrauenswürdig; Geschützte Ursprungsbezeichnung – we- nig vertrauenswürdig; GLOBAL G.A.P – bedingt vertrauenswür- dig; Heumilch mit AMA-Güte- siegel – vertrauenswürdig; MSC (Fischprodukte) – absolut nicht vertrauenswürdig; Ohne Gen- technik hergestellt – vertrau- enswürdig; Pro Planet – absolut nicht vertrauenswürdig; Prüf nach – sehr vertrauenswürdig; Rainforest Alliance – absolut nicht vertrauenswürdig; RSPO – absolut nicht vertrauenswür- dig; Tierschutz-kontrolliert, ver- trauenswürdig; Tierwohl kont- rolliert, vertrauenswürdig; UTZ Certified - wenig vertrauenswür- dig; V-Label – vertrauenswürdig undWiesenmilch – sehr vertrau- enswürdig. Achtung: Nicht alles, was ein Logo ist, ist auch ein Gü- tezeichen. Zeichen-Tricks: Was sagen Gütesiegel? Es gibt vertrauenswürdige und weniger vertrauenswürdige Gütesiegel

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