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VP-„General“ Karl Nehammer im Gespräch mit „Das Wien“- Herausgeber Heinz Knapp
© Ulrich Renner

Interview | Politik

„Wir bleiben unserer Linie treu und setzen Wahlversprechen um“

VP-Generalsekretär Karl Nehammer im „Das Wien“-Interview. Der Nationalrat, der mit „Leib und Seele“ als Politiker agiert, fordert effizientere Strukturen bei der Sozialpartnerschaft.

Er ist seit über einem Jahr Generalsekretär der Österreichischen Volkspartei und war zuvor Generalsekretär des ÖAAB: Der gebürtige Wiener Karl Nehammer (Jahrgang 1972). Als Mediensprecher seiner Partei will er künftig eine pluralistische Medienlandschaft in Österreich sicherstellen. Nehammer, der auf ein „gelebtes Miteinander“ mit dem Koalitionspartner FP setzt, widerspricht auch Gerüchten von einer Regierungsumbildung im Frühjahr oder von „ablösereifen Ministern“. Im Gespräch mit „Das Wien“-Herausgeber Heinz Knapp kritisiert Nehammer die Opposition, die immer wieder positive Reformvorschläge blockieren würde.

Das Wien: Was macht eigentlich ein Generalsekretär bzw. mit welchen Aufgaben ist so eine Funktion verbunden?
Nehammer: Als Generalsekretär vertrete ich die Volkspartei nach außen. Ich verstehe mich in meiner Funktion als Brückenbauer. In meinem täglichen Geschäft geht es mir vor allem darum, konstruktiv Lösungen zu erarbeiten, einen neuen Stil im Miteinander hochzuhalten und andere nicht anzupatzen. Mein Credo lautet ganz klar: Hart in der Sache, aber fair im Umgang. Mir geht es darum die Politik durch ein Ringen um die besten Ideen zu bereichern, gegenseitige Anfeindungen aber auszulassen.

Das Wien: „Es ist die schönste Aufgabe, die ich mir denken kann“, haben Sie beim Antritt Ihres Amtes als VP-Generalsekretär gemeint. Sehen Sie das immer noch so?
Nehammer: Der Job als Generalsekretär ist sehr herausfordernd, gleichzeitig aber auch unglaublich bereichernd. In meiner Funktion bekomme ich die Möglichkeit, mich mit den unterschiedlichsten Menschen auszutauschen und meine politischen Überzeugungen nach außen zu vertreten. Was ich besonders schätze ist, dass es durch den neuen Stil ein neues Miteinander in der Partei gibt, nicht nur auf Bundesebene, sondern auch in der Kommunikation mit den Ländern und Gemeinden.

Das Wien: Für Sie ist Politik auch ein Ort der besten Ideen. Unterstützen Sie auch eine gute Idee einer anderen Partei oder der Opposition?
Nehammer: Wir als Volkspartei sind für einen Wettbewerb der besten Ideen. Als Volkspartei sind wir jederzeit bereit zu konstruktiven Gesprächen und verschließen uns nicht vor Lösungsvorschlägen anderer Parteien. Was für mich aber nicht geht, ist wenn seitens der Opposition versucht wird, Reformvorschläge ohne inhaltliche Grundlage zu blockieren und immer negativ auf die Vorschläge anderer zu reagieren.

Das Wien: Sie sind auch Migrations- und Integrationssprecher Ihrer Partei. Ob Abschiebungen oder Eingliederungen im Arbeitsprozess - „Flüchtlinge“ bzw. „Asylanten“ sind ein Dauerthema. Ist unser Boot schon voll?
Nehammer: Fakt ist, Integration ist eine der größten und vielfältigsten Herausforderungen unserer Zeit. Unser Credo lautet: Integration durch Leistung. Erfolgreiche Integration schaffen wir nur durch Spracherwerb und Sprachbeherrschung und der Bereitschaft, einen konstruktiven Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Was bei uns ganz klar keinen Platz hat, sind Haltungen, die mit unseren Grundwerten nicht vereinbar sind, etwa wenn Frauen unterdrückt oder Gewalt und Terrorismus verherrlicht werden. Gleichzeitig ist der Erfolg von Integration von der Anzahl der zu Integrierenden abhängig. Wir müssen darauf achten, dass unsere staatlichen Systeme und unsere Gesellschaft nicht überbelastet werden.

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