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HC Strache
© Selina de Beauclair

Aktuell | Interview

Wien steht weiterhin vor großen Herausforderungen

Heinz Christian Strache, Spitzenkandidat des Team HC Strache - Allianz für Österreich, spricht über die Ziele seiner neuen Bürgerallianz.

Das Wien: Vor Kurzem wurde das komplette Ibiza Video sichergestellt, wie beurteilen Sie die Situation?
HC Strache: Ich freue mich über den Ermittlungserfolg der SOKO Tape, die nunmehr auf ein objektives Beweismittel zurückgreifen kann und bei ihren Ermittlungen nicht mehr ausschließlich auf die Hintermänner oder auf die Bücher von Journalisten angewiesen sind. Endlich ist der Videobeweis da und mit ihm die vollständige Aufklärung der kriminellen und manipulativen Hintergründe der Ibiza-Falle möglich. Nicht nur die beiden Journalisten Obermayer und Obermaier haben die journalistische Sorgfaltspflicht sträflich vernachlässigt, sondern auch gewisse Medien. Wenn zwei selbsternannte Aufdeckerjournalisten mit einem aus mehr als zwölf Stunden bestehenden Filmmaterial eine aus dem Zusammenhang gerissene vierminütige Kurz-Video-Sequenz zusammenstöpseln, um mich zu Fall zu bringen und die Österreichische Bundesregierung zu stürzen, dann ist dies mehr als entlarvend.
Ich habe stets betont, dass ich mir nichts strafrechtlich Relevantes zu Schulden kommen habe lassen und jeglicher Korruption oder anderen kriminellen Machenschaften stets eine klare Absage erteilt habe. Mit dem nun vorliegenden Videomaterial werden auch diese Video-Beweise erbracht und das höchst kriminelle Netzwerk kann nun endlich der Justiz zugeführt werden.

Das Wien: Gerade wurde der Ibiza-Untersuchungsausschuss eröffnet, wie haben Sie die erste Befragung erlebt?
Strache: Natürlich bin ich meiner Pflicht als Auskunftsperson nachgekommen. Aber gleichzeitig muss ich natürlich auch auf meinem Recht bestehen, die Auskunft zu verweigern. Ich musste in den letzten Monaten erleben, dass Ermittlungen gegen meine Person geführt werden, von denen nicht einmal mein Anwalt etwas wusste, aber Journalisten sehr wohl.

Das Wien: Der Journalist Florian Klenk sagt, das Ibiza-Video ist eine Mischung aus Kottan, Edmund Sackbauer und Pulp Fiction. Trifft das zu? 
Strache: Na ja, beim Edmund Sackbauer hat er vielleicht nicht so unrecht. Aber ich kann nur zurückgeben: Ein echter Wiener geht nicht unter. Aber Klenk hat seine Wahrnehmung des Videos zum Besten gegeben, die vielleicht nicht immer neutral ist. So gesehen bin ich froh, dass diese sieben Stunden jetzt endlich beim Bundeskriminalamt liegen.

Das Wien: Die „Süddeutsche Zeitung“ hat eine antisemitische Widmung von Ihnen veröffentlicht. Ist die von Ihnen?
Strache: Wieder so eine Sache von der „Süddeutschen“, das hat ja Methode. Jeder, der mich kennt, weiß, ich hatte vor 30 Jahren durchaus eine Vergangenheit, die wir auch aufgearbeitet haben. Und jeder weiß, was ich weit über 20 Jahre, nämlich 25 Jahre für eine inhaltliche und idealistische Position habe. Ich kann mich an diese Widmung überhaupt nicht erinnern.

Das Wien: Wie hat die Stadt Wien die Corona-Krise bisher bewältigt?
Strache: Unterscheiden wir zwischen den Wienerinnen und Wienern und der Stadtregierung. Die Menschen haben eine solche Geduld und Konsequenz bei selbst den restriktivsten und absurdesten Regeln bewiesen, welche man wirklich nur bewundern kann. Bezüglich der Leistung von Rot-Grün beweist sich wieder einmal, dass Krisen nicht den Charakter bilden, sondern offenbaren. Wer nicht in der Lage ist, Asylheime anständig und regelmäßig auf Corona-Fälle zu prüfen und dann über Leiharbeitsfirmen Infizierte an quasi-staatliche Unternehmen weiterleitet, kann keine Bestnote für das Krisenmanagement bekommen. Ebenso hätte man der Wiener Landespolizeidirektion ganz klar sagen können, dass es nicht die Aufgabe ist unklare Regeln der Bundesregierung möglichst drakonisch umzusetzen, sondern in Kooperation mit der Bevölkerung die allgemeine Sicherheit zu gewährleisten. Die Polizei in ganz Österreich, aber in Wien ganz speziell, wurde mit den teilweise idiotischen Regelungen des Gesundheits- und Innenministers ja in eine unmögliche Lage gebracht.
Und die Gemeinde Wien hätte hier positiv wirken können, dies aber unterlassen. Und zuletzt zum Publicity-Schmäh von Ludwig. Statt eines einmaligen Almosen-Gutscheins für einen Besuch im Wirtshaus könnte die Stadt Wien die Abgabenlast für alle Wienerinnen und Wiener dauerhaft senken. Damit würde den Menschen langfristig geholfen und die Stadt könnte die mit Sicherheit kommende Wirtschaftskrise besser überstehen.

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