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Pamela Rendi-Wagner mit Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser.
© Kurt Prinz

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"Wer eine Lehrstelle braucht, muss eine bekommen!"

SPÖ warnt vor einer „verlorenen Generation Corona“ und fordert die Regierung auf, in Arbeits- und Ausbildungsplätzte zu investieren.

Die Corona-Krise hat die Arbeitslosenzahlen in Österreich explodieren lassen. Besonders betroffen ist die Jugend. Bei den unter 25-Jährigen hat sich die Arbeitslosigkeit mehr als verdoppelt. Über 50.000 Jugendliche haben derzeit keinen Job. Und im Herbst droht auch noch ein Lehrstellenmangel. Die SPÖ fordert daher, die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen, um eine verlorene Generation zu verhindern. „Es braucht echte Hilfe für Jugendliche statt leerer Versprechen“, sagt SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. „Unser gemeinsames Ziel von Politik und Wirtschaft muss sein, dass jeder suchende Jugendliche im Herbst eine Lehrstelle bekommt.“

Perspektiven für Jugendliche und Wirtschaft schaffen
Im Herbst werden laut Expertenschätzungen bis zu 8.000 Lehrstellen fehlen. „Das müssen wir mit vereinten Kräften verhindern. Es muss alles dafür getan werden, hier nachhaltig gegenzusteuern“, sagt Rendi-Wagner. Denn Perspektivlosigkeit und Fachkräftemangel schaden auch der Wirtschaft, wenn es wieder aufwärts geht. Besonders gefordert sieht Rendi-Wagner die öffentliche Hand: Die SPÖ fordert bundesweit 5.000 zusätzliche Stellen in überbetrieblichen Lehrwerkstätten und beim Bund. Außerdem soll die Lehrlingsentschädigung für über 18-Jährige im 3. Lehrjahr in der überbetrieblichen Lehre verdoppelt und die unter Schwarz-Blau abgeschaffte Ausbildungsgarantie bis 25 wieder eingeführt werden.

„Wir müssen die Kräfte bündeln und um diese Generation kämpfen. Es zeigt sich mehr denn je: Der Markt alleine wird dieses Problem nicht regeln können“, so Rendi-Wagner. Der Faktor Zeit sei entscheidend: „Wir müssen schnell handeln, denn leere Versprechen und Pressekonferenzen der Regierung schaffen keine Lehrstellen. Es braucht echte Hilfe jetzt! Bis jetzt ist ein nachhaltiger Plan nicht erkennbar, die Regierung ist säumig.“

Es geht um die Zukunft
Unterstützung bei ihrem Vorstoß erhält Rendi-Wagner aus Kärnten. Landeshauptmann Peter Kaiser sagt: „Ohne Wenn und Aber: Die öffentliche Hand ist gefordert wie nie zuvor, der Jugendarbeitslosigkeit gegenzusteuern, sonst werden wir viele Jahre darunter leiden.“ Für Kaiser geht es „um die Zukunft des Landes und um Menschen, die derzeit wenig Hoffnung und Chancen haben“. Der Sozialstaat müsse in der Frage der Jugendbeschäftigung proaktiv sein, fordert Kaiser „Taten statt Ankündigungen“.

Kärnten ist bei der Unterstützung Jugendlicher Vorreiter. So wurde etwa die „Lehre mit Matura“ auf die „Lehre nach der Matura“ und sogar die „Lehre mit Studium“ ausgeweitet. Zudem wurde als Sofortmaßnahme die Verdoppelung der Lehrlingsaufnahmen in der Landesregierung beschlossen. Zusätzliche Ferialjobs sowie eine deutliche Erhöhung für Lehrstellen in Gemeinden sind in Planung. „Alle Jugendlichen sind gleich viel wert, wir dürfen keinen im Stich lassen“, sagt Kaiser, der frei nach John F. Kennedy ergänzt: „Es gibt nur eines, was teurer ist als Ausbildung: keine Ausbildung.“

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