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Gerald Pichowetz
© Adrian Batty

Kultur

Vorhang auf
Von Gerald Pichowetz

Konkurrenz belebt! Manchmal kann man aber nur den Kopf schütteln.

Konkurrenz belebt! Manchmal kann man aber nur den Kopf schütteln. Ich meine jetzt keinesfalls die bedeutenden Kulturinstitutionen oder faszinierenden Angebote der kleinen Bühnen oder bunten Kabaretts in Wien. Nein, wir ergänzen uns bestens und bieten auf diese Weise der an Kultur interessierten Bevölkerung eine Auswahl für ein Freizeit-Vergnügen. Was mir hingegen auffällt, sind Politiker, die unseren Schauspielern Konkurrenz machen wollen. Sie sehen in der Politik eine Bühne, die die Welt bedeutet. Mit oder ohne Bretter. Man denke nur an die Volksvertreter aller Parteien, die vor einer Wahl dem Volk voller Inbrunst und mit höchster Überzeugung unter großem Applaus alles Mögliche ankündigen und nach dem Urnengang wiederum bei diversen öffentlichen Auftritten Argumente finden, warum man all diese von ihnen gemachten Versprechungen doch nicht umsetzen kann. Ja – unsere Abgeordneten spielen uns ständig etwas vor. Oftmals Theater auf hohem Niveau. Und das ohne Schauspielunterricht und ohne Maske!

Für den erfolgreichen Volksvertreter ist es, wie für den Volks-Schauspieler, wichtig, ständig eine Bühne zu haben. Der Schauspieler findet diese im Theater oder auf der Leinwand, der Parlamentarier in den verschiedenen Medien oder bei Versammlungen. So manch Stimmenfänger entpuppt sich später als Mephisto. Aber Parteichefs – egal ob männlich oder weiblich – geben längst gerne Autogramme oder veröffentlichen ihre Biografie.

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