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Gerald Pichowetz
© Adrian Batty

Kultur

Vorhang auf
Von Gerald Pichowetz

Kritik – Teil unserer Welt

Die Kritik ist ein Teil unserer Welt. Es gibt einige sehr gute Kulturjournalisten. Und es gibt leider auch andere“, das stellte Staatsoperndirektor Dominique Meyer in der Juni-Ausgabe von „Das Wien“ treffend fest. Eigentlich hat sich der große Kulturkenner hier noch nobel ausgedrückt. Wie ein echter Franzose eben. Und Meyer hat in diesem lesenswerten Interview hinzugefügt: „Bei gewissen Kritiken rege ich mich gar nicht mehr auf!“ Das kann ich nachvollziehen. Als Schauspieler und Theaterdirektor ist man Kritikern hilflos ausgeliefert. Dagegen spricht grundsätzlich noch nichts. Schließlich freut man sich, wenn in Medien eine gelungene Aufführung gelobt und Darsteller gebührend hervorgehoben werden. Und man nimmt durchaus zur Kenntnis, wenn Journalisten ein Theaterstück „zerreißen“, wenn dieses Stück wirklich misslungen ist. Das kann leider passieren. Und nicht jeder namhafte Autor/Komponist/Regisseur ist für die Bretter, die unsere Welt bedeuten, eine Garantie für angestrebten Erfolg. Eigentlich merkt man schon bevor der Vorhang fällt, ob sich an diesem Premieren-Abend die Mühen der Darsteller, der Musiker, der Techniker usw. gelohnt haben. Auch der Applaus gilt als Gradmesser. Allerdings sollte man sich bei gewissen Kritiken nicht mehr aufregen – wenn nämlich Journalisten, denen es an der nötigen Kenntnis im Kulturbereich mangelt, Bewertungen vornehmen, die mit der Realität überhaupt nicht übereinstimmen. Anders ausgedrückt – wenn man völlig ungerechtfertigterweise „niedergeschrieben“ wird. Schon Bob Dylan meinte: „Kritisiere nicht, was du nicht verstehen kannst“.

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