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Unsere Corona-Daltons

Regierungsspitze erfreut uns regelmäßig mit Pressekonferenzen.

Kurz, Kogler, Anschober und Nehammer, liebevoll auch die „Corona-Daltons“ genannt, geben gerne gemeinsame Pressekonferenzen. So auch wieder in der vergangenen Woche. Da wurden die neuen Corona-Maßnahmen der Bundesregierung präsentiert. Genau genommen handelt es sich dabei aber nicht um Maßnahmen, sondern um Empfehlungen. Angeblich konnte man sich innerhalb der Koalition nicht einigen. Die Türkisen wollten schärfere Regeln, die Grünen nicht. Herausgekommen ist eine Ansammlung aus teils widersprüchlichen Skurrilitäten.

So etwa verordnet uns der Grüne Gesundheitsminister Rudolf Anschober eine private „Eiszeit“. Angeblich fühlt sich das Virus in überheizten Räumlichkeiten wohl und vermehrt sich so optimal. "23, 24, 25 Grad – das ist zu viel", sagt Anschober. Wenn es also nach den Grünen geht, sollen wir im Winter frieren. Auch sei, so Anschober, feuchte Raumluft, etwa von nasser Kleidung oder Kochdämpfen, schlecht. Wir können uns also darauf einstellen, dass wir im Winter in kalten Wohnungen sitzen und statt einem wärmenden Süppchen Gazpacho löffeln werden.

Immerhin dürfen wir aber zur privaten Gazpacho-Party bis zu 25 Personen empfangen. Aber nur, wenn wir den Hausverstand auch einladen. Denn die Regierung empfiehlt, dass im privaten Rahmen Veranstaltungen und Feierlichkeiten mit "Hausverstand" abgehalten werden sollen. Maximal 25 Personen sollen an solch einer Veranstaltung (Geburtstagsfeiern, Weihnachtsfeiern, etc.) teilnehmen. Anders freilich sieht es aus, wenn es sich um einen sogenannten „Indoor-Event“ handelt. Da sind sogar 5.000 Zuschauer zugelassen. Wer also jetzt mehr als 25 Personen zu sich nach Hause einladen will, muss das als „Indoor-Event“ deklarieren, dann gehts offenbar.

Gemeint sind hier natürlich öffentliche Veranstaltungen wie die österreichische Fußball-Bundesliga, oder Events wie die Salzburger Festspiele, die trotz Corona positiv verlaufen sind. Der für Sport und Kultur zuständige Vizekanzler Kogler hat jedenfalls vor der Ball-, Skisport- und Eishockeysaison Handlungsbedarf. Schließlich lassen sich Großveranstaltungen dieser Art nicht von heute auf morgen planen. Und das ist auch das Hauptproblem für die gesamte Unterhaltungsindustrie inklusive Tourismus. Hier sind klare Regeln und nicht nur Empfehlungen vonnöten. Genau diese gibt es aber nicht, da es die Bundesregierung bislang nicht geschafft hat der Verfassung klar zu machen, dass es Corona gibt. Denn zahlreiche Verordnungen waren verfassungswidrig und mussten daher zurückgenommen werden. Die Frage ist, ob die Autoren der Bundesverfassung daran gedacht haben, dass es so etwas wie eine Pandemie geben könnte. Viellicht muss man hier nachschärfen.

Klar ist jedenfalls, dass wir noch mehrere Pressekonferenzen der Corona-Daltons erleben werden und uns diese mit weiteren Maßnahmen/Empfehlungen das Leben schwer machen werden. Bis dahin frieren wir in unseren Wohnungen und hoffen auf einen wirksamen Impfstoff, der die ganze Krise beenden könnte.

-fg

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