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Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger in einem Geschäft, das ganz ohne Plastiksackerl auskommt
© BMNT/Paul Gruber

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Plastiksackerl-Verbot: “Ein echter Meilenstein“

Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger setzt ein Totalverbot durch. Bis zu 700 Tonnen Plastikmüll werden durch Umweltmaßnahme jährlich vermieden.

Mit dem Plastiksackerlverbot setzen wir einen Meilenstein im Umweltschutz“, so Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger. „Wir gehen mit diesem Verbot deutlich weiter als die bestehende EU-Richtlinie es verlangt hätte. Österreich ist das dritte Land in der EU, das ein Totalverbot umsetzen wird.“ Mehr als 400 Mio. Plastiksackerl sind derzeit allein über den Lebensmittelhandel pro Jahr im Umlauf. Das verursacht 5.000 bis 7.000 Tonnen Plastikmüll pro Jahr. „Es gibt genügend gute Alternativen, wir brauchen keine Plastiksackerl mehr in Österreich“, so Köstinger. Stoffsackerl wären für den Einkauf die beste Alternative. Auch Papiersackerl würden zumindest nach der Nutzung besser verrotten oder könnten recycled werden. Als Plastiksackerl bzw. Tragetasche gelten alle Produkte, die einen Henkel oder ein Griffloch haben. Ergänzend zum Plastiksackerlverbot plant die Bundesregierung eine Reduktion von Plastikverpackungen in der Höhe von 20 bis 25 Prozent. „Damit wollen wir weitere 60.000 Tonnen Plastik vermeiden“, so Köstinger. Ebenso soll ab 2020 ein Verbot für die Beimengung von Mikroplastik in Kosmetik- oder Reinigungsprodukten kommen, sofern es davor keine europäische Lösung dafür gibt. „Uns ist es wichtig, dass wir den Kampf gegen unnötigen Plastikmüll konsequent führen“, so Köstinger.

Aus Einweg wird Mehrweg
Vor wenigen Wochen wurde im Europäischen Parlament die „Einwegplastik-Richtlinie“ mit großer Mehrheit beschlossen. „Damit geht das Verbot von einmalig verwendeten Plastikartikeln in die Zielgerade. Das ist ein wichtiger Schritt zur Eindämmung der Plastikverschmutzung und ein großer Erfolg für Österreich. Denn wir haben im Rahmen unserer Ratspräsidentschaft die Trilogverhandlungen zwischen EU-Rat, Parlament und Kommission vorangetrieben und abgeschlossen“, so Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger. Allein die Tatsache, dass rund 50 Prozent des Plastikmülls an europäischen Stränden aus Einwegplastik bestehen, verdeutlicht, wie notwendig hier ein Kulturwechsel ist. „Mit dem Schulterschluss der Mitgliedsstaaten erreichen wir das notwendige Umdenken in der Gesellschaft und auch das konkrete Umsetzen von Maßnahmen, um unser Ziel zu erreichen. Nämlich, dass Einwegkunststoffartikel, die eins zu eins durch nachhaltigere Rohstoffe ersetzt werden können, in Zukunft keine Rolle mehr spielen dürfen.“ Mit der formalen Bestätigung der Einigung im Rat sind die Europäischen Mitgliedsstaaten verpflichtet, die Richtlinie ab 2021 umzusetzen. Dazu gehört das Verbot von Einmalplastikprodukten, für die es nachhaltige Alternativen gibt (etwa Teller, Besteck, Stroh-halme), die Reduktion bestimmter Artikel wie Fast-Food-Verpackungen oder Trinkbecher, wie auch die Kennzeichnungspflicht und Entsorgungsempfehlungen bei Produkten mit negativen Umweltauswirkungen (z.B. Feuchttücher, Luftballons). Weiters legt die Richtlinie eine Sammelquote für Einweg-Kunststoff-Flaschen fest. „In Österreich wollen wir die gesetzlichen Weichen schneller stellen. Die Bundesregierung hat bereits im Vorjahr mit einem Ministerratsvortrag beschlossen, die Richtlinie möglichst rasch umzusetzen. Dazu stehen wir“, so Köstinger abschließend.

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