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Elisabeth Köstinger
Elisabeth Köstinger

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Neuwahlen waren der einzige Ausweg nach dem Ibiza-Skandal

Das Wien lud zum Interview mit Elisabeth Köstinger

Das Wien: Wieso ist diese Regierung geplatzt? Wie haben Sie das erlebt?
Köstinger: Wir haben uns das ja nicht ausgesucht, diese Neuwahlen waren eine Notwendigkeit, kein Wunsch. Vergessen wir bitte nicht, was der Auslöser war. Da haben zwei Spitzenpolitiker der FPÖ in sehr dubioser Atmosphäre die halbe Republik russischen Oligarchen zum Ausverkauf angeboten. Von unserem Wasser angefangen, bishin zur größten Tageszeitung Österreichs, wo man dann Journalisten raus schmeißen und ersetzen wollte. Das ist ja kein Kavaliersdelikt, es war undenkbar, dass wir hier zur Tagesordnung übergehen.

Das Wien: Aber beide betroffenen Politiker haben die Konsequenzen gezogen, warum wurde die Regierung trotzdem aufgelöst?
Köstinger: Es gab keine Alternative. Die FPÖ hat sich nicht durchringen können, dass auch Herbert Kickl dafür Mitverantwortung übernehmen muss. Es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet jener Mann, der zum Zeitpunkt des Ibiza-Videos FPÖ-Generalsekretär war, dann als Innenminister diese skandalösen Vorgänge aufklären soll. Man hat auch wenige Wochen danach gesehen, dass es da keine Einsicht bei der FPÖ gibt. Gemeinsam mit der SPÖ hat sie die Parteispenden so geregelt, dass genau jene Umgehungskonstruktionen legalisiert wurden, von denen im Ibiza-Video ständig die Rede war.

Das Wien: Was soll denn nach der Wahl am 29. September anders sein als vorher?
Köstinger: Jeder Wahlgang ist eine fundamentale Entscheidung. Die Bürgerinnen und Bürger sollen und werden klar sagen, welchen Weg sie unterstützen wollen. Wir wollen in Österreich wieder die klare Nummer 1 werden, damit wir unseren Kurs fortsetzen können. Jeder weiß, jeder spürt, dass die Veränderungen, die wir begonnen haben, dem Land gut tun. Dass der jahrelange Reformstau aufgebrochen wurde. Diese Arbeit wollen wir fortsetzen.

Das Wien: Welche Koalition soll danach das Land führen?
Köstinger: Zuerst wird gewählt, dann gibt es ein Ergebnis und dann werden wir sehen, wer mit wem am besten zusammenarbeiten kann. Ich finde das nicht richtig, schon vor einer Wahl über alle möglichen Koalitionen zu spekulieren. Wir bieten den Menschen ein klares Programm an, einen Reformkurs, der Österreich nach vorne bringt und über Jahrzehnte eingefahrene Dinge verändern soll. Wer will, dass das mit Hausverstand umgesetzt wird, der ist bei uns gut aufgehoben. Nach der Wahl werden wir sehen, welche Partei diesen Reformkurs mittragen will.

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