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Aktion mit Schauspielerin Klebow gegen Plastiksacker
© Mitja Kobal/Greenpeace

Gesundheit

Mein Wien wird plastikfrei!

Die Europäische Union hat einen radikalen Schritt in Richtung Plastikreduktion gesetzt: In Zukunft werden Plastikbesteck, Wattestäbchen, Strohhalme und Luftballonstäbe verboten sein – alles Produkte, die nach einer sehr kurzen Nutzungsdauer im Müll landen. Doch das ist noch nicht alles: Auch der Verbrauch von Produkten wie Bechern oder Essensverpackungen soll reduziert werden. Für Greenpeace ist das sehr erfreulich: Endlich wurde eines der größten Umweltprobleme unserer Gesellschaft wahrgenommen.

Aber was heißt das jetzt eigentlich für uns Konsumenten?
Die größte Veränderung in unserem Alltag bedeutet sicherlich die von der EU beschlossene Sammelquote von Plastikflaschen: Im Jahr 2025 müssen 77 Prozent aller Plastikflaschen in Österreich wieder eingesammelt werden, bis 2029 sollen es sogar 90 Prozent sein. Konkret bedeutet das, dass ein Einwegpfand in Österreich unumgänglich ist. Für Konsumenten sicher eine Umstellung: Man wird gebrauchte Plastikflaschen wieder zurück in den Supermarkt bringen müssen. Doch der Nutzen ist immens: Die Müllberge – auch die im eigenen Haushalt – werden zurückgehen, und es wird für die Recyclingunternehmen hierzulande viel mehr Flaschen zum Aufbereiten geben. Das ist besser als der bisherige Weg, wo sehr viele Flaschen im Restmüll landen und schlicht verbrannt werden.

Leider gibt es in der Richtlinie keine klare Aufforderung, auf Coffee-to-go-Becher zu verzichten. Dass diese dennoch ein großes Problem in Sachen Plastikmüll darstellen, zeigen die Zahlen: Alleine in Wien landen täglich 200.000 dieser Trinkgefäße im Müll – auf das Jahr gerechnet sind das mehr als 70 Millionen Becher, die nach einmaliger Nutzung weggeworfen werden. Und: Diese Becher können nicht recycelt werden, da der Karton der Becher innen mit Kunststoff beschichtet ist, und man diese beiden Materialien nicht trennen kann. Das bedeutet, sie können nur verbrannt werden. Einen eigenen Thermosbecher mitzubringen, empfiehlt sich übrigens auch finanziell: Viele Coffeeshops bieten inzwischen Preisreduktionen auf den Kaffee, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt.

Es ist gut, dass die EU nun Maßnahmen setzt, die für alle gleiche Bedingungen schaffen. Doch das nimmt uns selbst nicht aus der Pflicht: Jede und jeder Einzelne von uns kann beim Einkauf bewusst auf Plastik verzichten, sei es beim Sackerl oder bei Verpackungen. Lasst uns gemeinsam Wien plastikfrei machen!

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