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Milch in Glasflaschen
© Mitja Kobal/Greenpeace

Gesundheit

Mehrweg ist immer die bessere Lösung!

Als Berglandmilch, Österreichs größte Molkerei, im letzten Jahr Milch und Joghurt wieder im Einwegglas anbot, war die Aufregung groß. Viele Konsumenten freuten sich, dass sie endlich wieder die Möglichkeit hatten, Milch in der Glasflasche zu kaufen. Im Zuge der immer lauter werdenden Diskussion rund um Wegwerfplastik als Umweltbedrohung, rückten alternative Verpackungsarten wieder in den Vordergrund. Der Verkaufserfolg für die Glasflaschen war riesig, weit über den Erwartungen. Doch für Umweltschützer war das eine schlechte Nachricht: Einwegglas gehört zu den problematischsten Verpackungsarten überhaupt.

„Grundsätzlich ist Glas sehr umweltfreundlich, wenn es richtig benutzt wird“, sagt Nunu Kaller, Expertin für Konsumfragen bei Greenpeace in Österreich. Schließlich sind Glasflaschen bis zu 50 Mal – manche sprechen sogar von unendlich oft – wiederbefüllbar. Obendrein geben sie keine Chemikalien an die Flüssigkeit ab – ein Problem, das bei Plastikflaschen auftreten kann, wenn sie in der Sonne stehen. Das macht Glasflaschen eigentlich zum idealen Flüssigkeitsbehälter. Doch wenn sie nur einmal genutzt werden und dann im Müll landen, ist ihre Ökobilanz verheerend. Denn für die Produktion einer Flasche wird extrem viel Energie verbraucht – weitaus mehr als für die „Konkurrentin“ aus Plastik. Nur in der Mehrwegform ist somit die Glasflasche (und auch jede Flasche aus anderen Materialien) eine wirklich ökologische Lösung.

Berglandmilch meinte es also gut, griff aber zu einer falschen Lösung. Zu Beginn hieß es noch, dass eine Umstellung auf Mehrweg nicht möglich sei, und seitens des Handels, dass Mehrweg nicht gewünscht sei. Eine repräsentative Umfrage von Greenpeace bewies das Gegenteil: Fast achtzig Prozent der 600 Befragten stimmten für die Mehrwegflasche. „ Die Österreicherinnen und Österreicher wollen mehr wiederbefüllbare Getränkeflaschen in den Supermarktregalen. Doch sie scheitern am kaum vorhandenen Angebot“, sagt Kaller. Derzeit wird im Lebensmittelhandel vor allem Bier in der Mehrwegflasche angeboten. Saft, Wasser und Milch in der wiederbefüllbaren Verpackung fehlen hingegen fast gänzlich.

Gespräche zwischen Bergland und Greenpeace brachten für die Milch den Erfolg: Im März 2019 kündigte Berglandmilch an, bis Ende des Jahres die Ein-Liter-Milch in der Mehrwegflasche anzubieten. Abgefüllt wird dafür an zwei Standorten in Tirol und Niederösterreich, um sowohl West- als auch Ostösterreich optimal und mit geringen Transportwegen versorgen zu können.

Dieser Schritt ist nicht nur ein großer, sondern auch einer, den noch viele andere Hersteller gehen sollten. Denn Mehrweg ist immer die bessere Lösung.

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