Aktuelles

Sebastian Kurz im Gespräch mit Herausgeber Heinz Knapp.
© Selina de Beauclair

Aktuell | Interview

Kurz: Minderheitsregierung nicht ausgeschlossen

Bei Scheitern der Verhandlungen mit den Grünen werden wir auch mit anderen in Frage kommenden Parteien sprechen.

Das Wien: Wann darf ich wieder „Herr Bundeskanzler“ zu Ihnen sagen? Oder anders gefragt, wie laufen die Koalitionsverhandlungen mit den Grünen?
Kurz: Soviel ich bisher sagen kann, sind die Gespräche konstruktiv und von gegenseitigem Respekt geprägt. Die Atmosphäre ist gut.

Das Wien: Verglichen mit den Verhandlungen 2017 mit der FPÖ, wer ist der bessere Verhandler?
Kurz: Es wäre unseriös, zwei so unterschiedliche Parteien miteinander zu vergleichen. Für mich sind die Ergebnisse entscheidend und hier wurden wir mit unserem Programm bei der Wahl am 29. September deutlich gestärkt.

Das Wien: Auf welche Ministerien wird die ÖVP bestehen? Das Innenministerium ist wohl eine Bank, oder?
Kurz: Jetzt geht es einmal darum, die Verhandlungen Punkt für Punkt abzuarbeiten. Die Frage der Ressorts stellt sich - wie üblich in Koalitionsverhandlungen – erst am Ende.

Das Wien: Nachdem Hartwig Löger für das Finanzministerium abgesagt hat, wer ist Ihr Wunschkandidat für dieses wichtige Ministerium?
Kurz: Auch die Frage wer welches Amt übernehmen wird, stellt sich erst, wenn wir eine inhaltliche Einigung über eine Zusammenarbeit gefunden haben.

Das Wien: Wird es bei der Bestellung der ÖVP-Minister Überraschungen geben, oder setzen Sie auf das bewährte Team der vergangenen Regierung?
Kurz: Ich habe immer gesagt, dass ich mit meinem Team weiterarbeiten möchte. Aber jetzt einmal wollen wir mit den Grünen die Themen Punkt für Punkt abarbeiten und einen positiven Verhandlungsabschluss erzielen.

Das Wien: Ideologisch sind die ÖVP und die Grünen ja augenscheinlich weiter auseinander als es die Koalition zwischen ÖVP und FPÖ war. Wo sind Ihre roten Linien?
Kurz: Beide Parteien haben sehr unterschiedliche Zugänge. Die Grünen wurden vor allem für den Kampf gegen den Klimawandel gewählt. Wir wiederum wurden von den Wählerinnen und Wählern für den Kampf gegen die illegale Migration, für die Sicherheit sowie Steuer- und Wirtschaftspolitik gewählt. Beide Positionen wollen wir nun in einem Koalitionsabkommen unterbringen.

› zum vollständigen Interview

Zurück