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Edi Finger jun.

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Kein Pardon
Von Edi Finger jun.

Ski-Nation wankt

Der Aushängesport der Österreicher ist seit Jahrzehnten der Skisport, sowohl die Alpinen als auch vor allem die Skispringer. Ein fixer Bewerb, den unsere Athleten bei den Alpinen jedes Jahr gewonnen haben, ist der sogenannte FIS-Nationen-Cup. Hier werden alle Weltcup-Ergebnisse der Frauen und Männer zusammengezählt. Jahrzehntelang war das unsere Paradedisziplin. Heuer kam der plötzliche Absturz unserer Mannschaft. Bei den Herren sind wir gar nur vierter, bei den Damen und in der Gesamtwertung zweiter. Die Schweizer freuen sich heute schon auf diesen Triumph, auf den sie jahrzehntelang warten mussten. „Wir werden nach dem WC-Finale die größte Ski Party der letzten Jahrzehnte feiern“, versprechen die schweizer Rennläufer.

In Österreich hat man nicht nach Ursachen gesucht, sondern von Beginn weg einfach das Karriereende von Marcel Hirscher als Hauptgrund des Absturzes genannt. Leider ist man nicht wirklich in eine seriöse Ursachenforschung gegangen, offensichtlich hat unser Trainerteam durch die tollen Erfolge von Marcel Hirscher einfach einen Schritt in der Entwicklung versäumt. Der Abgang von Hirscher ist nicht der Grund der rot-weiß-roten Misere, sondern zeigt die Fehler der österreichischen Ski-Trainer schonungslos auf. Hirscher hat einfach mit seinem überragenden Können alles kaschiert. Im Übrigen war Hirscher ja ein Team-im-Team. Er hatte ja unter der Führung seines Vaters seine Profitruppe, die ihm ideale Trainings- und Vorbereitungsmöglichkeiten bot.

Auch unsere Cheftrainer müssen, bei ehrlicher Betrachtung erkennen, dass sie vieles falsch gemacht haben. Der Skiverband benötigt für die nächste Saison neue, moderne Betreuer, die mit neuen Konzepten an ihre Aufgabe herangehen. Unser größtes Glück ist es, dass es heuer in einem sogenannten Zwischenjahr, weder Weltmeisterschaften noch Olympische Spiele gibt.

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