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Edi Finger jun.

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Kein Pardon
Von Edi Finger jun.

Transferpolitik

Wir Sportreporter und natürlich auch ich wollen immer Recht behalten. Doch halt – heute gibt´s eine große Ausnahme. Ich hoffe, ich irre mich.

Worum geht’s?
Schlicht und einfach um die nicht nachvollziehbaren Transfers des österreichischen Meisters RB Salzburg. Nach vielen gescheiterten Versuchen endlich in der Champions League angekommen, aber leider wird es ein kurzer Auftritt in dieser Super Liga werden. Man kann einfach nicht den Trainer und acht Spieler der Stammmannschaft über Nacht austauschen. Keine einzige vergleichbare Profi-Mannschaft Europas hat das bislang probiert.

Allein der Abgang des Erfolgs-Trainers Marco Rose ist nur ganz schwer zu verkraften. Der neue Trainer aus USA mag ein guter Mann sein, aber Fußballtrainer ist kein Stand-Up-Comedian. Kam, sah und siegte, ist sehr, sehr schwierig und dann die Mannschaft. Irgendwie hab ich das Gefühl, das hier ein bisschen unübersichtliches Leidtun bei Salzburg eingezogen ist. Die Liste der Abgänge ist einfach zu lang.

Einziger Vorteil: Neo-Trainer Jesse Marsch hat so und so keinen der Salzburger gekannt, für ihn gibt es keine Umstellung. Auch wenn die sogenannten Qualität haben, Fußball ist ein Mannschaftssport und keine Einzel-Bühne für noch so begabte Kicker und was mich noch mehr als das Sportliche trifft, dass Salzburg der finanziell stärkste Fußballverein ist. Man muss daher nicht aus finanziellen Gründen die Erfolgs-Mannschaft der Vergangenheit verkaufen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Mannschaft mit neuem Trainer und sieben bis acht Stammspielern die Gruppen-Phase der Champions League übersteht, was für mich noch viel Ärger ist, ich verstehe die Vorgangsweise der Salzburger nicht. Einen Vorteil hat diese Verkaufs-Orgie made in Salzburg. Die Meisterschaft wird endlich wieder spannend und auch national müssen sich die Salzburger erst durchsetzen. Aber wie gesagt – siehe Einleitung: Vielleicht irre ich mich doch.

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