Aktuelles

Außenminister Schallenberg im Interview mit "DAS WIEN".
© Andy Wenzel

Aktuell | Interview

"Kampf gegen Klimawandel wird Zukunft mitentscheiden"

Außenminister Alexander Schallenberg nimmt unter anderem Stellung zur Entwicklungszusammenarbeit und zu dessen Plänen.

Das Wien: Herr Außenminister, Sie sind der einzige „Überlebende“ der Übergangsregierung Bierlein. Hat es Sie überrascht, dass Bundeskanzler Kurz Sie in sein Regierungsteam geholt hat, oder war das von Anfang an geplant?
Alexander Schallenberg:Es war eindeutig nicht Teil meiner Lebensplanung aber ich freue mich sehr, dass ich von Sebastian Kurz gefragt wurde, ob ich dem Regierungsteam angehören möchte.

Das Wien: Die „Beamten-Regierung“-Bierlein hat den Schwerpunkt ihrer Administration auf die Verwaltung der Ressorts gesetzt. Jetzt, unter Bundeskanzler Kurz, geht es an die Gestaltung. Was wird sich in Ihrem Ressort diesbezüglich ändern?
Alexander Schallenberg: Ich bin jetzt Teil einer politischen Regierung, wir haben eine Mehrheit im Nationalrat und ein klares, gehaltvolles Regierungsprogramm abzuarbeiten. Jetzt beginnt die Phase des Gestaltens, und genau das werde ich im Team von Sebastian Kurz machen.

Das Wien: In der Übergangsregierung waren Sie zusätzlich auch noch Kunst- und Kulturminister. Diese Bereiche leitet jetzt die grüne Staatssekretärin Ulrike Lunacek. Werden Sie diese Aufgaben vermissen?
Alexander Schallenberg: Kunst und Kultur sind wesentliche Bestandteile der österreichischen Identität und es war jedenfalls eine spannende Herausforderung, die mir viel Freude bereitet hat. Ich widme mich nun weiter mit viel Engagement den neuen Aufgaben im Außenministerium.

Das Wien: Gleich zu Beginn Ihrer neuen Amtszeit waren Sie mit einem massiven Cyberangriff auf die IT-Systeme des Außenministeriums konfrontiert. Gibt es dazu schon neue Erkenntnisse, bzw., dauert der Angriff noch an?
Alexander Schallenberg: Der Angriff wurde durch die IT-Expertinnen und Experten unseres Hauses sehr schnell erkannt. Nun arbeiten sie gemeinsam mit Spezialisten aus BMI, BMLV und BKA mit Hochdruck an einer Lösung. Wir können noch nicht „Brand aus!“ vermelden, aber die Löscharbeiten laufen auf Hochtouren. Fest steht, dass solche Angriffe nichts Ungewöhnliches sind und viele Institutionen, Firmen – national und international – davon betroffen sind.

Das Wien: Im neuen Regierungsprogramm kommt die Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler nicht mehr vor. Halten Sie die Verleihung eines Doppelpasses an deutsch- und ladinischsprachige Südtiroler für falsch, zumal die Italiener ihren eigenen Staatsbürgern weltweit eine Doppelstaatsbürgerschaft zugestehen? War man hier zu kompromissbereit?
Alexander Schallenberg: Südtirol bleibt Herzensangelegenheit unserer Außenpolitik. Österreich wird auch in Zukunft an der Seite Südtirols stehen und weiterhin seine Schutzfunktion wahrnehmen. In der Frage der Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler sind derzeit keine gesetzlichen Maßnahmen geplant.

› zum vollständigen Interview

Zurück