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Wiener Stadträtin Mag. Ulli Sima (SP) im Gespräch mit „Das Wien“
© Franz Schobesberger

Interview | Politik

„In Wien haben illegale Wettlokale keinen Platz!“

Laut Stadträtin Mag. Ulli Sima (SP) wurden nach Schwerpunktaktionen bereits 34 Wettlokale geschlossen. 560 Automaten und 200.000 Euro beschlagnahmt.

Die Wiener Umwelt- und Stadtwerkereferentin Mag. Ulli Sima (SP) setzt ihren Kampf gegen illegale Wettlokale konsequent fort. Der Politikerin geht es dabei vor allem um den Schutz der Jugend. Im Gespräch mit Harald Raffer („Das Wien“) verrät sie gezielte Maßnahmen gegen den fortschreitenden Klimawandel: Fassadenbegrünungen, „Nebelduschen“ im öffentlichen Raum und zusätzliche Baumpflanzungen in der Stadt.

Das Wien: Wie hat sich das „Essens-Verbot“ in Öffis bewährt?
Sima:Sehr gut!. Wer will schon Ketchup-verschmierte Sitze oder den Geruch einer Leberkässemmel in der U-Bahn?! Im Durchschnitt dauert eine U-Bahn-Fahrt übrigens 10 Minuten - ich bin sicher, das hält man ohne Essen durch. Mir geht es als Öffi-Stadträtin um ein Miteinander und um Rücksichtnahme in den Öffis - und das gelingt wirklich gut!

Das Wien: Sie sind ja auch Agrar-Stadträtin - wie stark sind Bio-Produkte in der Wiener Landwirtschaft verankert? Und wie sieht es mit dem Weinbau in der Bundeshauptstadt aus?
Sima: Die Stadt Wien ist selber einer der größten Biobauern Österreichs! Wir setzten seit langem auf Nützlinge gegen Schädlinge.
Mit der Bioforschung Austria haben wir sogar ein eigenes Forschungszentrum für den Biolandbau in der Millionenstadt. Und was den Wein betrifft:
Wien ist weltweit die einzige Millionenmetropole mit wirtschaftlich relevantem Weinbau, das städtische Weingut Wien Cobenzl produziert herrlichen Wein, den Gemischten Satz kann ich wirklich empfehlen .-))

Das Wien: Zum Tierschutz: Was sagen Sie als zuständige Referentin zu den Maßnahmen nach dem „Alm-Kuh-Urteil“?
Sima: In Wien gibt es keine Alm-Kühe. Bei uns sind die Hunde das Thema - und hier setzen wir vielen Maßnahmen, um für die Sicherheit der Menschen zu sorgen und das Miteinander von Mensch und Tier zu fördern. Wir haben strenge Regelungen für die sogenannten Listenhunde, die seit Februar mit Maulkorb und Leine im öffentlichen Raum geführt werden müssen. Der tragische Tod des kleinen Waris, der im Herbst letzten Jahres von einem Rottweiler tödlich verletzt wurde, ist uns alle in trauriger Erinnerung, so etwas darf in unserer Stadt nie wieder passieren!

Das Wien: Es gibt wieder Meldungen über den Wolf, der verstärkt in verschiedenen Bundesländern auftritt. Welche Schritte sollte man hier setzen?
Sima: In Wien gibt es keinen Wolf. Immer, wenn von Sichtungen berichtet wird, war es dann doch ein Hund. Abgesehen davon, braucht man keine Angst vorm Wolf habe, er ist ein sehr scheues Tier. In den letzten Jahrzehnten gab es in Mitteleuropa keine einzige gefährliche Situation für Menschen mit Wölfen.

Das Wien: Sie kämpfen erfolgreich gegen illegale Wettbüros. Welche Bilanz können Sie ziehen?
Sima: In Wien haben illegale Wettlokale keinen Platz! Mir geht es im Kampf gegen illegales Wetten vor allem um Jugendschutz, daher werden wir unseren Kampf konsequent fortsetzen. Seit Beginn der Schwerpunktaktionen hat die Stadt bereits insgesamt 34 Wettlokale geschlossen, 560 Automaten und rund 200.000 Euro Bargeld beschlagnahmt. Alleine im letzten Jahr wurden im Rahmen der elf gemeinsamen Schwerpunktaktionen von Stadt Wien und der Landespolizeidirektion Wien 115 Lokale überprüft. Elf davon wurden behördlich gesperrt. Insgesamt wurden letztes Jahr 106 Wettautomaten und technisches Equipment sowie rund 57.000 Euro an Bargeld beschlagnahmt. Außerdem wurden 80 Anzeigen und 16 Organmandate sowie zwei Anzeigen nach dem Wiener Landessicherheitspolizeigesetz gelegt.

Das Wien: Parteichefin Pamela Rendi-Wagner wurde zuletzt kritisiert, weil sie sich angeblich zu oft vor der Öffentlichkeit „versteckt“. Ihre Wahrnehmung?
Sima: Ich kenne und schätze Pamela Rendi-Wagner als aktive und sehr kompetente Politikerin, wir kämpfen Seite an Seite gegen die Aufhebung des Rauchverbots durch die türkis-blaue Bundesregierung, die Klage liegt noch beim Höchstgericht, die Entscheidung fällt im Juni. Während die SPÖ sowohl auf Bundesebene als auch in Wien für die Anliegen der Menschen kämpft, überschlägt sich die Bundesregierung mit täglichen Schreckensmeldungen:
Sicherungshaft, Arbeitszwang, Benachteiligung von Mehrkind-Familien, 1 Euro 50 Stundenlohn für Asylwerber - diese türkis-blaue Regierung lässt keinen Tag verstreichen, ohne zu hetzen, ohne Menschen gegeneinander auszuspielen oder den Ärmsten noch was wegzunehmen.

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