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Harald Raffer

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Im Zeitraffer
Von Harald Raffer

Nur auf den Hintern?

„Frauen müssen ab und zu eins auf den Hintern bekommen. Manchen gefällts“, erklärte einmal James-Bond-Darsteller und Oscar-Preis-Träger Sean Connery. Mit dieser sexistischen Aussage würde der Schauspieler heute herbe Kritik ernten. Diesem Spruch kann man nur ein Zitat von Science-Fiction-Autor Isaac Asimov gegenüberstellen: „Gewalt ist die letzte Zuflucht der Unfähigen“. Wo beginnt Gewalt, Entwürdigung, Sexismus, Abhängigkeit, Stalking, Psychoterror, Missbrauch, Machtausübung? Wo fangen Übergriffe an? Asimovs Satz entlarvt jene, die sich an den Schwachen unserer Gesellschaft vergreifen und prangert sie als Feiglinge an.

Nach Schätzungen der Polizei werden 90 Prozent der Gewalttaten an Frauen in den eigenen vier Wänden begangen. Gewalt gilt als Verletzung der Menschenrechte. Befragungen zeigen, dass jeder fünften Frau in Österreich seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt angetan wurde. Bei Kindern und Jugendlichen erleben 30 Prozent der Mädchen und 40 Prozent der Buben eine Form der Gewalt. 32 Frauen wurden allein in diesem Jahr durch (Ex)-Partner ermordet. Eine EU-Umfrage (42.000 Frauen wurden kontaktiert) belegt das Unglaubliche – jede zweite Frau wurde bereits sexuell belästigt. Wie das Leben der Betroffenen damit negativ beeinflusst wird, scheint in keiner Statistik auf. Umso härter muss man reagieren, wenn sogar Politiker im 21. Jahrhundert sexistische Witze reißen. Es geht um die Gleichheit der Geschlechter. Leider sind in diesem Fall noch immer viele Männer „gleicher“.

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