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Harald Raffer

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Im Zeitraffer
Von Harald Raffer

Wahlen

Wenn ein Herr auf einem Ball bei der Damenwahl zum Tanzen aufgefordert wird, darf er laut Benimm-dich-Papst Schäfer-Elmayer nicht ablehnen. Eine Wahl ganz anderer Art ist die AK-Wahl in Wien, die im März geschlagen wird. Von einem Wahlkampf hört und sieht man kaum etwas. Der für Herbst 2020 vorgesehene Urnengang für den Wiener Gemeinderat wirft hingegen erste Schatten voraus – durch den verbalen Schlagabtausch zwischen der Bundeskoalition und der Wiener Stadtregierung in Fragen der Mindestsicherung. Bürgermeister Ludwig kann sich sogar vorstellen, für die Bundeshauptstadt die Polizei zu übernehmen. Das wird nicht gehen. Sonst könnte die Donaumetropole gleich die Aufgaben anderer Ministerien umsetzen. Die EU-Wahl im Mai wird allerdings für Spannung sorgen. Nicht wegen der Kandidaten, sondern als Testlauf für das Abschneiden der Parteien. Waldheim-Schwiegersohn und Kurz-Kritiker Othmar Karas tritt doch für die VP als Spitzenkandidat an, eine Spaltung hätte beiden Seiten Stimmen gekostet. Der einzige schwarze Punkt in der Laufbahn des EU-Politikers: 1990 flog auf, dass er neben seinem Abgeordnetenbezug auch eine Versehrtenrente bezog. Einmal musste der Vorzugstimmen-Kaiser Ursula Stenzel, ein anderes Mal Ernst Strasser den Vorzug lassen. Für die Blauen ist und bleibt Polit-Provokateur Harald Vilimsky EU-Spitzenmann. SP-Mann Andreas Schieder wird nach dem Hoppala von Kern und seiner Entmachtung als Klubchef nach der Niederlage gegen Ludwig nach Brüssel weggelobt. Die Grünen bieten Urgestein Werner Kogler auf. Die Neos wollen mit „Leichtgewicht“ Claudia Gamon punkten und die Liste Jetzt mit dem Ex-Grünen und Ex-EU-Parlamentarier Johannes Voggenhuber. Der 68-Jährige bezieht als Salzburger Ex-Stadtrat noch 4100 Euro Politikerpension zur ASVG-Rente. Also – wer die Wahl hat, hat die Qual.

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