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Harald Raffer

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Im Zeitraffer
Von Harald Raffer

Gruß der Mafia

Eine tödliche Schießerei im Zentrum von Wien zwischen verfeindeten italienischen Clans öffnete dieser Tage wieder einmal „Otto Normalverbraucher“ die Augen – auch in Österreich ist die Mafia tätig und macht dunkle Geschäfte! Immer wieder kommt es zu Konflikten. Auftragsmorde mit bezahlten Killern findet man nicht nur in Krimis. Die nackte Wahrheit ist brutaler. Der Schreiber dieser Kolumne recherchierte vor Jahren in Klagenfurt und Rom in der Causa „Banco Ambrosiano“, der damals berühmt-berüchtigten Mailänder Vatikan-Bank, die mit Mafia-Geldern und finanziellen Mitteln einer verbotenen Freimauerloge operiert hat. Und ich wandelte 1982 auf den Spuren des flüchtigen „Ambrosiano“-Präsidenten Roberto Calvi. Man fand den „Bankier Gottes“ erhängt unter einer Londoner Brücke. Calvi war zuvor mehrere Tage bei Bekannten in Kärnten und soll Millionen bei einer Klagenfurter Bank deponiert haben. Selbst italienische Mafia-Ermittler konnten den „Schatz“ bei den Kreditinstituten nicht finden. Die „Krake“ arbeitet im Verborgenen. Morde schaden dem Geschäft. Doch immer wieder gibt es in der Alpenrepublik Zwischenfälle, die eindeutig die Handschrift organisierter Kriminalität tragen. Sei es Waffenschmuggel, Prostitution, Erpressung, Dokumenten- und Diamantenhandel, Schutzgeld, Großbetrügereien, Drogenhandel, Cyberdeals usw. In Deutschland sind Mafia-Familien aus unterschiedlichsten Ländern höchst aktiv. Wer glaubt, dass Österreich von „Schattenmännern“ verschont geblieben ist, irrt. Die „Paten“ parken Millionen bei Wiener Banken und waschen ihr Geld aus dem blutigen Alltag. Meist über befreundete Anwälte, Unternehmer oder Betriebe. Vor allem die kalabresische ´Ndrangheta mit einem angeblich weltweiten Umsatz von über 100 Milliarden Euro. Die Mafia lässt herzlich grüßen!

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