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Harald Raffer

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Im Zeitraffer
Von Harald Raffer

Wehrlose Wesen…

Ein brennendes Problem will die Bundesregierung lösen – die Pflege Angehöriger! Ministerin Hartinger-Klein hat das angekündigt. Es geht dabei um jene Menschen, die zu Hause oft aufopferungsvoll betreut werden. Andere Betroffene sind in Heimen untergebracht, weil sie keine Verwandten haben oder Angehörige arbeiten müssen. Freilich gibt es auch traurige Beispiele, bei denen Menschen aus Bequemlichkeit Behinderte oder Alte in Anstalten abschieben oder nach Erbschaftstreitigkeiten „entsorgen“. Es geht um Schicksale wehrloser Wesen. Eines sei festgestellt – es gibt Pflegeheime mit tollen, leistbaren Angeboten und einem vorbildlichen Programm für Insassen. Leider existieren auch „schwarze Schafe“. In diesen Häusern werden Pflegekräfte zeitlich voll ausgenützt. Sie müssen auch Reinigungsarbeiten verrichten oder Endlos-Dokumentationen verfassen. Und es werden nicht genügend Pfleger angestellt, um auf dem Rücken der Schwächsten zu sparen und zusätzliche Gewinne zu erzielen. Diese Angestellten haben oft keine Zeit, sich mit ihren Schützlingen ordentlich zu befassen. Und der private Bereich? Keine der großen und sonst so tollen Organisationen verfügt über eine leistbare Rund-um-die-Uhr-Betreuung, die für berufstätige Angehörige wichtig wäre. Und sie ist nicht finanzierbar. Deshalb wird neben der mobilen Pflege auf ausländische Pflegedienste zurückgegriffen. 460.700 Menschen beziehen in Österreich Pflegegeld (Stufe 1 bis 7). Die Zahl älterer Menschen steigt. Aufgrund von Krankheiten sind auch immer mehr junge Leute pflegebedürftig! Hier wären spezielle Unterstützungen oder ein Urlaub von der Pflege richtige Maßnahmen. Durch eine Pflegeversicherung? Vielleicht findet man eine praktikable Lösung? Und wertet zudem den Pflegeberuf auf! Schließlich werden wir alle älter.

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