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Harald Raffer

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Im Zeitraffer

Und noch einmal Jörg…

Den 10. Todestag von Jörg Haider analysierten beinah alle Medien. Es wurden Auf- und Abstieg des „Bin-schon-weg-und-wieder-da“-Ausnahmepolitikers gezeichnet, langjährige Weggefährten befragt, Interviews mit nahen Verwandten des Polit-Popstars geführt. Mittlerweile mussten sich einige seiner engsten Vertrauten und politische Erben vor Gericht verantworten und sind teilweise verurteilt worden. Derzeit steht ein ehemaliger Landeshauptmann-Stellvertreter, Kamelschokoladen-Vertreiber und „Hendlzüchter“ vor Gericht. Er soll Hundertausende Euro von der Hypo kassiert haben - ohne Gegenleistung. Dabei taucht die berühmte und bereits einmal gestellte Frage eines Ex-Haider-Vertrauten auf: „Wos wor mei Leistung?“ Für diesen Herrn und weiteren möglichen Kandidaten gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.

Trotzdem – Haider konnte - entgegen seinen bestens vermarkteten „Feldzügen“ gegen das „böse“ Establishment - personelle Wunschbesetzungen im öffentlichen Dienst brutaler durchsetzen, als andere. Und er brachte es sogar auf Titelseiten der US-Magazine. Als in einem Zeitungs-Interview mit mir sein ehemaliger Kärntner Statthalter Vizebürgermeister Reinhart Gaugg das Wort „Nazi“ mit „neu, attraktiv, zielstrebig und ideenreich“ buchstabierte, kam es zu einem internationalen Aufschrei. Haider verhängte über mich ein „permanentes Interview-Verbot“, geltend für alle FP-Funktionäre! Wer aber hat schon nach kurzer Zeit gegen dieses Verbot verstoßen? Richtig! Haider selbst, der „Kämpfer für den kleinen Mann“, TV-Taferl-Halter, Gadaffi- und Hussein-Besucher, Schüssel-Porsche-Beiwagenfahrer, Ortstafel-Verrrücker, Buberlpartie-Gründer und Bärental-Erbe. Oder: Auf der Fahrt zu einer Partei-Veranstaltung nach Ober-kärnten blieb der Vollblut-Politiker unterwegs bei einer Hochzeit stehen und gratulierte dem überraschten Brautpaar oder stoppte bei einem Hausbau und schenkte den staunenden Arbeitern eine Kiste Bier. Bei der Eröffnung eines Neubaus einer HTL in Klagenfurt setzten sich alle Ehrengäste brav auf die entsprechend beschrifteten Stühle, Haiders Sessel bieb leer. Der damalige Landeschef nahm einfach mitten unter den Schülern Platz. Das alles hat mit Politik nichts zu tun, sondern mit G´spür.

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