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Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál.
© Ludwig Schedl

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Gaál kündigt neues System für On­line-Woh­nungs­ver­gabe an

Wohnbaustadträtin startet digitale Serviceoffensive bei der Wohnungsvergabe und baut Unterstützung für Alleinerziehende weiter aus.

Die Stadt Wien hält die öffentliche Hand seit mehr als hundert Jahren schützend über den städtischen Wohnungsmarkt. Mehr als 60 Prozent der Wienerinnen und Wiener leben heute im geförderten Wohnbau. Allein aktuell sind rund 24.000 Wohnungen in Bau oder Planung, die insgesamt mit rund 900 Millionen Euro gefördert werden. Zusätzlich sind gerade 4.000 Wohnungen im Gemeindebau Neu auf dem Weg. Für Sanierungen wurden 2019 in Wien Förderungen in der Höhe von 75 Millionen Euro zugesichert. Die Wiener Wohnbaupolitik hat eine preisdämpfende Wirkung auf den gesamten Wohnungsmarkt, ist die größte Förderung der Mittelschicht in der Stadt und ist ein Sicherheitsnetz nach unten und ein Sprungbrett nach oben für alle Wienerinnen und Wiener.

„Das Wiener Wohnbau-Modell gilt zurecht in ganz Europa als Vorbild. Unsere hohen Standards und unsere führende Position sind aber nur aufrechtzuerhalten, wenn sich das Wiener Modell stets weiterentwickelt. Wer sehr gut bleiben will, muss immer besser werden. Mit der ‚Digitalen Wohnungsvergabe‘ und dem Wohn-Bonus für Alleinerziehende gehen wir einen weiteren großen Schritt in Richtung Optimierung und Serviceverbesserung. Wir können nun die Gruppe der Alleinerziehenden, die besonders auf leistbaren Wohnraum angewiesen ist, noch besser unterstützen. Und mit der neuen Möglichkeit der bequemen Online-Wohnungsvergabe führen wir die Wohnberatung ins nächste Jahrzehnt.

Digitale Wohnungsvergabe
Wiener Wohnen und das Wohnservice Wien starten somit eine digitale Serviceoffensive und optimieren den Vergabeprozess für geförderte Wohnungen. Der Weg zur lebenswerten und leistbaren Wohnung, sei es im Gemeindebau oder im geförderten Wohnbau, wird damit noch einmal deutlich kunden- und servicefreundlicher. Bisher erhielten Kunden, die auf der Suche nach einem Zuhause im Gemeindebau waren, zwei konkrete Angebote für eine Wohnung, die dann direkt vor Ort besichtigt werden konnten. Wer beide Vorschläge ablehnte, wurde danach im Vergabesystem für drei Jahre gesperrt.

Mit dem vorliegenden Reformschritt müssen die Kunden die Wohnung nicht mehr vor Ort besichtigen, sondern können sie mit vielen Details im Internet ansehen. Und sie bekommen nicht mehr zwei Vorschläge, sondern können bequem am Computer aus einem breiten Angebot wählen – entsprechend ihres persönlichen Geschmacks und den Kriterien ihres Wiener Wohn-Tickets. Die jeweiligen Wohnungen sind mit Fotos, Grundrissplänen und umfangreichen Zusatzinformationen versehen. Zusätzlich kann nun gezielt nach konkreten Kriterien gesucht werden, zum Beispiel nach der Anzahl an Stufen bis zur Wohnung, oder ob es einen Aufzug gibt.

Diesem neuen Service ging bereits ein im Jänner erfolgter Soft-Launch voraus. Das neue Angebot ist nicht verpflichtend; wer es nicht nutzen und auch weiterhin zwei Vorschläge von Wiener Wohnen erhalten will, dem wird dieser Wunsch natürlich erfüllt.

„Alleinerziehend“ als neues Kriterium für Wohnbedarf
Die absolute Zahl der Alleinerzieher in Wien wächst. 2004 waren es 68.000 Alleinerzieher in unserer Stadt, 2018 waren es schon 82.000. Um auf diese Entwicklung bestmöglich zu reagieren und um auf die Wohnbedürfnisse dieser wachsenden Gruppe noch besser eingehen zu können, führt die Stadt die Kategorie „Alleinerziehend“ als Kriterium für die Vergabe von geförderten Wohnungen ein. Alleinerziehende, die in keinem eigenen Mietverhältnis stehen, erhalten dadurch deutlich leichter Zutritt in den Gemeindebau und ins günstige Segment der geförderten Wohnungen.

Zur Hintergrundinformation: Jeder, der gewisse Grundvoraussetzungen wie etwa Alter, Hauptwohnsitz, Staatsbürgerschaft und Einkommen erfüllt, hat Anspruch auf das Wiener Wohn-Ticket und erhält damit eine Eintrittskarte in die Welt der geförderten Wohnungen in Wien. Wer aber darüber hinaus „begründeten Wohnbedarf“ nachweisen kann, bekommt auch Zutritt in die Welt der 220.000 Gemeindewohnungen und des günstigen Segments an geförderten Wohnungen (SMART-Wohnungen, Wohnungen mit Superfördung oder Wohnungen mit einem Eigenmittelanteil unter 10.000 Euro).

Als „Begründeter Wohnbedarf“ galt bisher:

  • Überbelag
  • Hausstandsgründung
  • Personen mit besonderen Bedürfnissen

Diese Liste wird nun um den Punkt „Alleinerziehend“ erweitert.

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