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Finanzstadtrat Peter Hanke
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Interview

Finanzstadtrat Peter Hanke: „Stehe für gesundes Sparen“

Der SP-Politiker will die Digitalisierung ausbauen.

Er hat im Mai keine leichte Aufgabe übernommen und führt seither das umfangreiche Finanz- bzw. Wirtschaftsressort der Stadt Wien: Der 54-jährige Ex-Holding-Chef KR Mag. Peter Hanke. Der studierte Betriebswirt, Top-Manager, Wien-Tourismus-Präsident und Austria-Wien-Fan spricht im „Das Wien“-Interview über Schuldenabbau, Einsparungsmöglichkeiten, Gebühren und Digitalisierung. Der Stadtrat wird im Herbst sein Wirtschaftsprogramm für die Zukunft der Stadt präsentieren.

Das Wien: Herr Finanzstadtrat, hätten Sie lieber ein anderes Ressort?
Peter Hanke: Gar nicht! Ich habe mit den Aufgabenbereichen Finanzen, Wirtschaft und Digitalisierung eine ehrenvolle und einmalige Verantwortung für eine Stadt mit 1,9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner übernommen. Unsere Stadt, die in Zukunft für zwei Millionen Menschen ihr Zuhause sein wird, steht vor wichtigen Herausforderungen, wenn wir unseren wirtschaftlichen Erfolg und unsere hohe Lebensqualität auch in Zukunft erhalten und sogar ausbauen wollen. Mit meinem jetzigen Aufgabenbereich sitze ich in einer zentralen Position, die Zukunft dieser Stadt aktiv mitgestalten zu können. Das ehrt mich und mache ich mit großem Respekt und Engagement.

Das Wien: Wien ist verschuldet, die Opposition kritisiert den angeblich enormen Schuldenberg. Wie sehen Sie das? Und ist bis 2020 eine schwarze Null überhaupt realistisch?
Peter Hanke: Wien ist im österreichweiten wie auch im internationalen Vergleich nur moderat verschuldet und das, obwohl wir die Investitionen auf konstant hohem Niveau gehalten haben. Die Stadt wächst und verändert sich. Die Wienerinnen und Wiener müssen auch in Zukunft darauf vertrauen können, dass ihre Stadt für an ihrer Seite steht und dafür braucht es Vertrauen. Deses will ich stärken, indem wir nach 2020 wieder Schulden abbauen. Wir haben einen Konsolidierungspfad beschlossen, der den stufenweisen Abbau des Defizits zu einer schwarzen Null vorsieht. Aber wir haben für eine Stadt, die jedes Jahr um 20.000 Menschen wächst, eine Verantwortung – sozial und infrastrukturell. Deshalb investieren wir Jahr für Jahr 2,43 Milliarden Euro. Ich stehe für gesundes Sparen. Das bedeutet für mich, dass wir in der Verwaltung alle Strukturen durchbürsten und ganz sicher nicht bei den Menschen sparen. Das macht Wien im Vergleich zu anderen Städten einzigartig.

Das Wien: Ihrer Meinung nach soll man die Bundeshauptstadt wie einen Konzern führen. Wie meinen Sie das?
Peter Hanke: Die Stadt Wien ist ein großer Pool an Persönlichkeiten, Ideen, Vorschläge, Engagement und Arbeitsbereichen. Ich bin überzeugt: Nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen und alle Wienerinnen und Wiener mitnehmen, wird diese Stadt auch weiterhin erfolgreich sein. Dazu braucht es eine effektive Struktur.

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