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Andreas Ilmer, Chef von Wien Kanal, Gemeinderat Josef Taucher, Stadträtin UIli Sima und Bezirksvorsteher Gerald Bischof besuchten die Baustelle des Speicherbecken gelbe Haide.
© PID/Christian Fürthner

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Drittes Speicherbecken für 10 Millionen Liter Wasser

Mit einer Leitungslänge von rund 2.500 Kilometer ist Wien Kanal Österreichs größter Kanalnetzbetreiber. Rund 500 Mitarbeiter.

Sechs Meter tief, eine Grundfläche so groß wie das Wiener Konzerthaus und ein Fassungsvermögen von 10 Millionen Liter Regenwasser – das sind die beeindruckenden Maße des neuen Speicherbeckens das Wien Kanal derzeit in Liesing errichtet. Es soll die Kanalisation bei Regen entlasten, die Bevölkerung vor Überflutungen, und die Wiener Gewässer vor Belastungen zu schützen: „Wir kämpfen in Wien schon lange aktiv gegen den Klimawandel und reagieren auf die bereits spürbaren Folgen. Mit den großen Speicherbecken wappnen wir uns gegen das klimawandelbedingten Phänomen der Rain-Bombs. Diese plötzlichen, lokalen Starkregenereignisse führen zu massiven Überschwemmungen, die wir mit unseren Speicherbecken verhindern“, so Umweltstadträtin Ulli Sima.

„Die renaturierte Liesing ist ein ökologisches Vorzeigeprojekt und attraktives Naherholungsgebiet mit großer Artenvielfalt. Das neue Speicherbecken sorgt für eine weitere Verbesserung der Wasserqualität“, freut sich Liesings Bezirksvorsteher Gerald Bischof. Das neue Projekt im 23. Bezirk, neben der Triester Straße, schützt dabei nicht nur die Liesing vor Belastungen, sondern auch die Anrainer vor Überflutungen. „Mit dem unterirdischen Speicherbecken ‚Gelbe Haide‘ können bis zu 10 Millionen Liter Regenwasser aus Altmannsdorf und Hetzendorf aufgenommen werden, das entspricht rund 70.000 vollen Badewannen“, erklärt Wien Kanal-Direktor Andreas Ilmer. Die Fertigstellung der rund 10 Millionen Euro Investition ist für 2020 geplant. Das Speicherbecken Gelbe Haide ist neben dem Speicherbecken Simmering und Favoriten das dritte Bauwerk dieser Art in Wien.

Intelligente Lösungen gegen Klimakrise
Das neue Speicherbecken in Liesing neben der Triester Straße am Rande des Drascheparks, schützt vor Überflutungen und sorgt für eine weitere Verbesserung der Wasserqualität der Liesing. Mit dem unterirdischen Speicherbecken auf der „Gelben Haide“ können bis zu 10 Millionen Liter Regenwasser aus dem 462 Hektar großen Einzugsgebiet Altmannsdorf und Hetzendorf aufgenommen werden. Das schützt die Liesing vor Belastungen und die Anrainer vor Überflutungen. Die Nutzung der Oberfläche des Speicherbeckens als Streuobstwiese ist eine schöne Attraktion für die SpaziergängerInnen entlang des Liesingbaches.

„Rain-Bombs“ durch Klimakrise
Mit diesen Infrastruktur- Maßnahmen geht Wien Kanal vor allem gegen das klimawandelbedingte Phänomen der „Rain-Bombs“ vor. Das sind lokal begrenzte, plötzlich auftretende Starkregenereignisse, die die Kanalisation überlasten. Die Wassermassen dieser Ereignisse können mit großen Speicherbecken nahezu vollständig aufgefangen werden. Nach Abklingen der Regenfälle, kann das Wasser mittels Kanalnetzsteuerung, einem aufwändigen elektronischen Abwasser-Steuersystem, kontrolliert zur Hauptkläranlage Simmering abgeleitet werden.

Die renaturierte Liesing ist ein ökologisches Vorzeigeprojekt. Von 2002 bis 2006 wurde zwischen Kledering und Blumental ein leistungsfähiger Transportkanal für das Abwasser bei Regenwetter errichtet und der Bach von seinem Betonkorsett befreit. Seit dem wird der 5,4 Kilometer lange Bachabschnitt von der Bevölkerung als attraktives Naherholungsgebiet und von Pflanzen und Tiere als neuer Lebensraum genutzt.

Speicherbecken Gelbe Haide
Als idealer Standort für das 70 x 40 Meter große Speicherbecken wurde von den Kanalplanern der Randbereich des Drascheparks in Wien Inzersdorf, entlang der Bundesstraße 17 gewählt. Mit dieser Entscheidung werden weder Anrainer, noch das Radwegenetz entlang des Liesingbaches beeinträchtigt. Die Zufahrt zur Baustelle erfolgt über die Triesterstraße und liegt unter der Autobahn. Das Becken selbst wird bis zu 6 Meter unter dem bestehenden Gelände errichtet. Nach Fertigstellung der Bauarbeiten wird das Bauwerk wieder mit Erdreich überschüttet und die Fläche mit Bäumen, Sträuchern und Rasen bepflanzt. Der Zufluss in das Speicherbecken erfolgt über einen Rohrkanal mit einem Durchmesser von 1,8 Meter. Für dessen Errichtung ist eine Querung der Wiener Lokalbahnen – Badner Bahn und der Triester Straße erforderlich.

Die Bauarbeiten für das 10 Millionen Euro Projekt werden voraussichtlich im Dezember 2020 abgeschlossen sein.

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