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Österreichs  „Wetter-Lady“  Christa  Kummer
© Ullrich Renner

Aktuell | Interview

Die „Grande Dame“ des Wetters mag nicht nur schicke Schuhe und Schirme

ORF-Moderatorin Dr. Christa Kummer „verschlingt“ Kochbücher und wühlt gerne in weicher Gartenerde. Die charmante Hydrogeologin und Klimatologin war die erste Frau in Österreich, die im TV das Wetter präsentierte.

Nadelstreif-Anzug, hellblaue Krawatte, schmale Brille, Mehrtages-Bart– Bildungsminister Dr. Heinz Faßmann (VP) empfängt Harald Raffer in seinem Büro im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung zum „Das Wien“-Interview. Im Hintergrund eine Bücherwand mit umfangreicher Fachliteratur. Der leidenschaftliche Basketballer (Größe 2,03 Meter), Gartenfreund und parteilose Wissenschaftler spricht über sein Nahverhältnis zur VP, den Klimaschutz, die Bundes-Koalition, Lehrergewerkschaft, Noten, Kopftuchverbot und Herbstferien. Dem österreichischen Bildungssystem gibt der Familienvater und gebürtige Deutsche (Jahrgang 1955) ein „Gut“.

Das Wien: Sie sind parteilos, wurden aber von der VP zum Minister für Bildung, Wissenschaft und Forschung gekürt. Stehen Sie der türkisen Partei nahe und haben Sie sich schon überlegt, der VP beizutreten?
Faßmann: Ich würde mich als einen bürgerlichen, liberal denkenden Menschen bezeichnen. Aus diesem Grund empfinde ich ein gewisses Naheverhältnis zur türkisen Bewegung. Aber ein Parteibeitritt ist nicht notwendig und steht auch nicht zur Diskussion.

Das Wien: Welcher Job ist eigentlich anstrengender – der eines Universitätsprofessors oder eines Politikers?
Faßmann: (lacht) Als Universitätsprofessor hat man auch einen anstrengenden Job – man muss sich unmittelbar mit Studierenden auseinandersetzen. Aber von der Termindichte und der medialen Kontrolle hat unzweifelhaft ein Politiker ein schwereres Leben.

Das Wien: Sie gelten als Experte für Geographie und Raumforschung. Wie beurteilen Sie als Fachmann den viel diskutierten Klimawandel? Und setzt unsere Regierung genügend Maßnahmen für den Klimaschutz?
Faßmann: Der Klimawandel ist ein komplexes Thema. Die Frage, ob die Regierung in diesem Bereich das Richtige macht, impliziert ja die Möglichkeit, dass man ja nur den Schalter umlegen müsse und schon gäbe es keinen Klimawandel mehr. Das ist leider nicht so! Es hängt auch sehr viel von unserem eigenen Verhalten ab. Etwa von unserem Verhalten als Konsument oder als Verkehrsteilnehmer. Dazu gibt es auch viele Kompetenzen im Bereich der Länder. Aber dass dieses Thema hoch auf der politischen Agenda steht, zumindest konzeptionell etwas zu tun, ist klar und verständlich. Und ich halte es für gut, hier etwas zu unternehmen!

Das Wien: Sie waren Mitglied der Migrationskommission. Es ist ja kein Geheimnis, dass Sie mit der Ablehnung des UN-Migrationspaktes durch Österreich keine große Freude haben…
Faßmann: Meine Güte! Es wird wieder einmal ein anderes UN-Papier geben. Grundsätzlich muss man die Frage der internationalen Migration auch durch einen globalen Ansatz zu planen versuchen, muss Migration besser regulieren. Dass das vorliegende Papier kein sehr gutes war, habe ich deutlich zum Ausdruck gebracht.

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