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ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian
© Michael Mazohl

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Die Gagen der AK-Chefs und der ÖGB-Bosse …

Aufwandsentschädigungen der Top-Funktionäre der Arbeitnehmervertreter überschreiten bei Weitem das Durchschnittseinkommen von Herrn und Frau Österreicher.

Im März schreiten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Wien und Kärnten zur Urne – bei der Wahl der Arbeiterkammer. Es geht um entsprechende Besetzungen der Funktionäre. In der Bundeshauptstadt sieht man bisher kaum etwas von einem Wahlkampf, in Kärnten blickt AK-Präsident Günther Goach mit verschiedenen Motiven von diversen Plakaten. Aber auch politische Gegner beginnen mit Plakatsprüchen. Dass der Konsumenten- oder Arbeitnehmerschutz oder Fachberatungen dieser Organisation ausgezeichnete Arbeit leisten und Hunderttausende Auskünfte professionell beantworten, ist hinlänglich bekannt. AK-Juristen erstreiten Millionenbeträge für Menschen, denen ein Unrecht geschehen ist – vor allem bei Streitigkeiten mit einem Arbeitgeber. Auf der anderen Seite werden Mitglieder, wie auch bei der Wirtschaftskammer, durch Zwangsbeiträge zur Kasse gebeten. Diese Zwangsbeiträge wollte die blau-schwarze Bundesregierung abschaffen, ist jedoch am Veto der Wirtschaftskammer-Vertreter gescheitert. Während ein Arbeiter/Angestellter in Österreich durchschnittlich etwa 2360 Euro brutto verdient, können sich die Gagen, Aufwandsentschädigungen und Gehälter der AK-Funktionäre und AK-Direktoren durchaus sehen lassen. Dabei geht es um keine Neid-Diskussion, sondern um Transparenz im Managerbereich. So bezieht die Präsidentin der AK Wien bzw. der Bundesarbeiterkammer monatlich 12.503 Euro brutto. Christoph Klein, Direktor der Wiener Arbeiterkammer, erhält monatlich 16.783 Euro brutto. Das ist umgerechnet das Siebenfache des Durchschnittseinkommens eines Arbeiters oder Angestellten. Ein weiterer Vergleich: Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig verdient rund 1000 Euro mehr im Monat.

Dem Präsidenten der Kärntner Arbeiterkammer steht laut Bundesbezügegesetz monatlich 4.858 Euro zu, allerdings handelt es sich dabei um einen Nettobetrag. Dem Kärntner AK-Direktor werden monatlich netto 6.973 Euro überwiesen. Die Gagen der anderen Präsidenten und Direktoren liegen in diesem Bereich und richtgen sich auch nach der Größe der Bundesländer bzw. der Mitgliederzahl.

Diese AK-Funktionäre sind meist noch als Aufsichtsräte in verschiedenen Unternehmen tätig. Übrigens – AK-Mitarbeiter erhalten zusätzlich zur ASV-Pension eine Betriebspension, die pro Kopf und Jahr durchschnittlich rund 16.000 Euro ausmacht. Also monatlich rund 1.000 Euro zusätzlich, eine „nette“ Zusatzgage.

Zusatzpensionen sind nicht nur bei Kammern üblich, sondern auch bei staatsnahen Unternehmen. Laut Rechnungshof wurden im Jahre 2012 rund 586 Millionen Euro an 25.600 Personen ausgezahlt. Das wiederum macht zusätzlich 23.000 Euro pro Kopf und Jahr. Man darf mittlerweile von einer höheren Summe ausgehen, die AK verfügt zudem über Millionenbeträge an Pensionsrücklagen.

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