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Christian Höbart
© Parlamentsdirektion/PHOTO SIMONIS

Aktuell | Interview

"Der Verstand als auch das Herz haben entschieden"

Christian Höbart ist seit 15. Mai 2020 Generalsekretär des Teams HC Strache, die Allianz für Österreich.

Das Wien: Was hat Sie bewegt, zum Team HC Strache und seinem Team zu wechseln?
Christian Höbart: Für mich haben sowohl der Verstand als auch das Herz entschieden, diesen Weg der positiven Veränderung zu gehen.
Eine Weichenstellung, die nicht einfach, aber wohl überlegt und gut begründet war, den Weg von meiner langjährigen Partei, der FPÖ, hin zu diesem neuen Projekt "Team HC Strache - Allianz für Österreich" gefunden zu haben. Zum Verstand, zu den Fakten: Ich war rund 16 Jahre Mitglied der FPÖ, 11 Jahre Abgeordneter zum Nationalrat, 5 Jahre durfte ich als gf. Landesparteiobmann für die FPÖ-NÖ verantwortlich zeichnen. Und es war auch stets Erfolg da!

Die FPÖ-NÖ hat sich unter meiner Obmannschaft von 2013 weg bis 2017 zum entscheidenden Stimmengeber für die Bundes-FPÖ bei Bundeswahlen gemausert, ich selbst hatte bei den letzten beiden Nationalratswahlen die meisten sowie zweitmeisten Vorzugsstimmen aller NR-Kandidaten der FPÖ-NÖ.
Und auch bei den beiden letzten Gemeinderatswahlen habe ich mit meiner Mannschaft in meinem Heimatort zwei hervorragende Ergebnisse hingelegt, immer bei den stärksten in ganz NÖ. Im Vordergrund stand bei mir stets, mein Bestes zu gegeben und die Partei voranzubringen.

Und dann kommt es knüppeldick und ich wurde bei der Landeslistenreihung zur letzten NR-Wahl im September 2019 völlig unbegründet von Platz 3 des Jahres 2017 auf Platz 9 zurückgereiht. Man darf wieder rackern, rennen sowie das zweitbeste Vorzugsstimmenergebnis in NÖ erbringen (…)
vergeblich, aufgrund einer völlig profillosen und kraftlosen Bundeskampagne schied ich aus dem Nationalrat aus.

Und dann geht es hurtig weiter: nach meinem Ausscheiden aus dem Nationalrat wurde mir im Oktober 2019 von der Landesführung zugesagt, nach den Gemeinderatswahlen Ende Jänner 2020 mit einem Landtagsmandat meine politischen Erfahrungen und Erfolge zu honorieren. Ich durfte mit meiner Mannschaft in Guntramsdorf die Gemeinderatswahlen schlagen, wiederum eines der stärksten Ergebnisse in ganz NÖ einfahren (…) danach wollte man dann auf einmal nichts mehr über das zugesagte Mandat wissen.

Auf eine schriftliche Nachfrage vor wenigen Wochen beim Landesparteiobmann persönlich bekam ich dann (…) KEINE ANTWORT. Das nennt man Wortbruch in Reinkultur ohne jeglichen Anstand. Damit wurde für mich persönlich die Grenze endgültig überschritten, man hat mich lange genug gedemütigt.
Wenn Eigenschaften wie „Handschlagqualität“, „Offenheit“ und „Ehrlichkeit“ in einer politischen Partei nur mehr in Aussendungen und Sonntagsreden erwähnt werden, aber nicht mehr danach lebt und nicht mehr danach handelt, dann ist Feuer am Dach.

Wenn bei FPÖ–Veranstaltungen der immer selbe Kalauer „Wir sind eine große Familie“ aus den Lautsprechern trällert, in Wahrheit aber in den Führungsetagen nur mehr reine Egoisten, Intriganten und Denunzianten den Ton angeben … Dann ist für mich persönlich die Grundvoraussetzung nicht mehr gegeben, Teil einer solchen Gemeinschaft sein zu wollen, da möchte ich nicht mehr Teil einer FPÖ sein, die in sich zerrissen ist und wo keine klare Linie erkennbar ist.

Auf der anderen Seite ein HC Strache, der die FPÖ noch richtig geführt hat. Der die FPÖ – gemeinsam mit all den damals hochmotivierten Funktionären und Sympathisanten – in lichte Höhen geführt hat. Ein HC Strache, der stets Handschlagqualität und menschliche Lösungen gelebt und angestrebt hat, auf den man sich verlassen konnte. Und dann nach der letzten Nationalratswahl auf schäbige Art und Weise aus der Partei gedrängt wurde. Ein Mann, der über 14 Jahre die FPÖ erfolgreich führte. NIEMAND ist fehlerlos. Jeder macht mal Fehler, das nennt man „Mensch sein“. HC Strache hat für gewisse Fehler mehr als gebüßt. Aber dass dann gerade aus der eigenen Partei gewisse Damen und Herren wie eine wilde Horde über HC Strache hergefallen sind und noch ordentlich nachgetreten haben (…) dass ist einer freiheitlichen Partei nicht würdig und generell mehr als schäbig. Und es steht auch fest: man hat der FPÖ damit letztlich auch die Seele herausgerissen. Ich habe mich daher auch über mein Herz dazu entschlossen, dieses Projekt „Team HC Strache – Allianz für Österreich“ zu unterstützen und freue mich sehr über diese zentrale Rolle des Generalsekretärs, die ich nun an der Seite HC Straches einnehmen darf und mit voller Kraft ausüben werde. Wir werden in Wien durchstarten, haben regen Zulauf, haben tolle Grundsatzpositionen, arbeiten an einem prägenden Wien-Programm und werden den Organisationsaufbau auch außerhalb Wiens vorantreiben.

Das Wien: Wie wollen Sie die Bewegung unterstützen und voran bringen, was sind Ihre Ziele mit dem Team HC Strache?
Höbart: Als Generalsekretär und Partei-Manager wird es meine Aufgabe sein, das politische Profil – gemeinsam mit HC Strache – des „Team HC Strache“ zu schärfen und weiterzuentwickeln. Die „Marke HC Strache“ ist allseits bekannt, diese wirkungsvoll über Werkzeuge der politischen Kommunikation am Politparkett einzusetzen, zählt ebenso zu meinen Aufgaben. 

Ich werde HC Strache auch als persönliches und politisches „Schutzschild“ zur Seite stehen und ihm versuchen, den Rücken freizuhalten. Auch möchte ich auch bei der Organisationsentwicklung mitwirken, Strukturbildungen und Motivation stehen da im Vordergrund. Zu guter Letzt werde ich auch beim Wien-Wahlkampf eine Aktiv-Rolle einnehmen. Meine ganz persönlichen Ziele sind es, HC Strache intensiv dabei zu unterstützen, seinen bald eineinhalb Jahrzehnte andauernden und kurz unterbrochenen Erfolgsweg konsequent fortzusetzen und damit bei den Wien-Wahlen die prozentuelle Zweistelligkeit zu erreichen.

Das Wien: Was läuft in Österreich und gerade in Wien politisch falsch?
Höbart: Österreich leidet massiv unter dem lange Zeit starren Shutdown, wo nahezu das gesamte Gesellschafts- und Wirtschaftsleben Österreichs aufgrund des Corona-Virus über mehrere Wochen komplett runtergefahren wurde. Ein starrer Shutdown, gewürzt mit bewusster Panikmache und Angstmacherei durch Kurz & Co., der dazu geführt hat, dass mittlerweile über 1,8 Millionen Menschen ohne Job sind oder sich in Kurzarbeit befinden.

Die Wirtschaftshilfen sind von der Höhe her ein Hohn und die Abwicklung skandalös, die Hilfsgelder kommen bis dato nicht oder nur äußerst zögerlich an.
Die Wirtschaft befindet sich daher in schlimmer Schieflage, viele Unternehmen leiden unter starken Liquiditätsengpässen und wissen nicht mehr, wie sie über die Runden kommen sollen. Daher herrschen bei sehr vielen Menschen in Österreich Existenzängste vor, viele stehen vor einer ungewissen Zukunft, das Krisenmanagement der Regierung hat schlicht völlig versagt.

Zusätzlich existiert weiterhin der Druck illegaler Migration von Menschen aus aller Herren Länder Richtung EU und damit auch Österreich, an den Grenzen Europas verharren Hunderttausende zumeist junge, kulturfremde und bildungsferne Männer, die schon in den letzten Jahren für Milliarden an Kosten und Sicherheits- sowie Infrastrukurprobleme sorgten. All das wirkt natürlich auch immer stark auf Wien ein, wo es leider schon viele soziale Brennpunkte und Kriminalitätshochburgen gibt. Wieder mehr „Wiener Seele“ würde der Stadt sehr gut tun, denn zu viel Fremdes tut niemandem gut.

Das Wien: Welches Ergebnis trauen Sie dem Team HC Strache im November zu?
Höbart: Ich glaube an die prozentuelle Zweistelligkeit, ein politisches Wunder wie im Jahr 2005, als HC Strache entgegen aller Umfragen fast 15 % erreichte, ist möglich.

Das Wien: Sie haben vor einiger Zeit mit einem Posting einen mittleren Skandal ausgelöst, wie stehen Sie heute zu der Äußerung Höhlenmensch, wie Sie damals, randalierende Asylanten bezeichnet haben?
Höbart: Ich habe damals im November 2014, aus der Emotion heraus eine sehr punktierte, und überspitzte Formulierung mit dem Begriff Höhlenmenschen getroffen, für randalierende Asylwerber aus Somalia. Ich würde es heute wahrscheinlich nicht mehr machen, das war sicherlich aus einer verständlichen Emotion heraus, aber ein Schnellschuss. Man wächst ja auch in seiner Persönlichkeit, aber in der Sache bleibe ich hart weil, was ist damals passiert: es hat eine Gruppe somalischer Asylwerber am Bahnhof Traiskirchen randaliert, hat dort Frauen belästigt auch die Polizei hat durch diese Herrschaften Probleme bekommen, es ist eine Diskussion entstanden, in den Sozialen Medien. Verzweifelte Traiskirchner haben sich die Frage gestellt, kann es das sein, warum randalieren diese Menschen bei uns. Darauf habe ich wie gesagt, aus der Emotion heraus. Eine sehr pointierte, überspitzte Formulierung getroffen.
Unter Anführungszeichen gesetzt. Mit dem Beisatz, dass wir diese Menschen eigentlich nicht verstehen, da es diesen Menschen bei uns gut geht. Wenn man vorgibt geflüchtet zu sein und sämtliche Leistungen bekommt, ein Dach über dem Kopf hat, ein saubere und sichere Schlafgelegenheit, neues Gewand, dann kann niemand verstehen, dass diese Menschen bei uns randalieren. Und sich auch noch gegenüber Frauen und Polizisten kriminell verhalten. Das hat mich damals aus der Emotion heraus dazu bewogen, hier einen sehr deftigen Begriff zu verwenden. In der Sache würde ich mich auch heute wieder sehr deutlich auf die Seite unserer Bürger stellen. Es hat auch einen seltsamen Beigeschmack, dass ein gesalzener Ausdruck die Medien mehr bewegt, als eine Gruppe gewaltbereiter "Schutzsuchender", die Randalieren und Frauen attackieren und belästigen, das sollte man auch einmal hinterfragen.

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