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Karl Ploberger
© Christoph Böhler

Garten-Tipps | Natur

Der Pflanzenflüsterer
von Karl Ploberger

Der Natur auf der Spur – auch 2020!

Wenn in den nächsten Tagen vielleicht schon die ersten Frühlingsblumen die Tage erhellen, dann ist es auch Zeit an die Natur und den Garten im neuen Jahr zu denken. Natur- und Umweltorganisationen holen deshalb Jahr für Jahr einige besonders gefährdete Arten aufs Podium, um von einem breiten Publikum Beachtung zu finden. Hier einige der Tiere und Pflanzen, um die wir uns im kommenden Jahr besonders kümmern sollten.

Wildtier des Jahres – Maulwurf
Von den Gärtnern wird er oft gehasst, wühlt er sich doch durch die perfekten Rasenflächen und hinterlässt die typischen Maulwurfhügel. Vor den Vorhang gehoben wird er, weil man damit Verständnis schaffen will, zeigt er doch einen gesunden Boden an. Und vernichtet auch so manche problematischen Engerlinge.

Vogel des Jahres – Turteltaube
Als Symbol für Glück, Liebe und Frieden geht es dem Vogel zunehmend an den Kragen. Seit den 80iger Jahren sind die Bestände um fast 90 % zurückgegangen. Verlangt wird ein Jagdverbot.

Reptil des Jahres – Zauneidechse
In der Natur an Waldrändern, in den besiedelten Gebieten in naturnahen Gärten, an Straßen, Bahnstrecken und Zäunen (daher der Name) zu finden. Die Lebensräume werden immer weniger und sie steht deshalb teilweise auf der roten Liste der gefährdeten Arten.

Schmetterling des Jahres – Grüner Zipfelfalter
Einmal mehr zeigt sich die Vielfalt der Natur. Der Grüne Zipfelfalter gehört zu den Bläulingen, wird auch Brombeer-Zipfelfalter genannt und liebt, wie viele andere Tiere eine strukturreiche Landschaft. Problem für ihn ist die zu intensive Nutzung oder das Zuwachsen von Flächen.

Libelle des Jahres – Speer Azurjungfer
Diese Libelle ist ein Opfer des Klimawandels, denn viele Gewässer trocknen aus oder Moore werden zugeschüttet oder sind durch zu hohe Nährstoffeinträge als Brutgebiete für die Azurjungfrau ungeeignet. Ziel ist es die Lebensräume zu erhalten bzw. wieder zu schaffen.

Wildbiene des Jahres – Auen-Schenkelbiene
Generell geht es den Bienen und vor allem den Wildbienen an den Kragen. Die Auen-Schenkelbiene wird dabei nicht verschont. Sie gehört zu den ganz außergewöhnlichen Insekten: Statt mit Pollen und Nektar versorgt sie die Brut mit einem Ölkuchen (aus Pflanzenöl und Nektar). Vor allem das Pfennigkraut zählt zu den Futterpflanzen.

Baum des Jahres – Robinie
Es mag kurios erscheinen, dass ein Baum, der auch als invasiv gilt, vor den Vorhang gehoben wird. Doch das Pioniergehölz zeichnet sich durch Robustheit aus: Salz, Luftverschmutzung und ungünstige Böden sind für sie kein Problem. Imker schätzen die nektarreichen Blüten.

Blume des Jahres – Fieberklee
Bei den Pflanzen des Jahres ist dieses Gewächs extrem anpassungsfähig und lebt in Mooren, Sümpfen und Feuchtwiesen. Perfekt angepasst fault sie durch den hohen Gehalt an Gerbsäure nicht. Die Trockenheit macht dieser Pflanze zu schaffen, ebenso natürlich die Vernichtung von Naturstandorten.

Orchidee des Jahres – Breitblättriges Knabenkraut
Auch diese Pflanze könnte ein Opfer der Klimaänderung werden, denn das Knabenkraut liebt feuchte, kühle Plätze. Nur im Zusammenwirken mit Mykorrhizapilzen kann die Pflanze keimen und wachsen. Vor allem die Trockenheit im Frühjahr macht ihr zu schaffen.

Heilpflanze des Jahres – Wegwarte
Die herrlich blau blühende Pflanze (am Wegrand) hat anerkannte Wirkung bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden. Geröstet ist die Wurzel ein koffeinfreier Kaffee-Ersatz und durch Züchtungen sind dem Salatfreund die Kulturformen Chicoree und Radicchio bekannt. Auch im Garten interessant, weil die Blüte nur am Morgen sich öffnet.

Arzneipflanze des Jahres – Echte Lavendel
Wohl eher denkt man an die herrliche Zierde und weniger an die heilende Wirkung dieses Kraut des Südens. Lavandula angustifolia (und nur der) wirkt beruhigend, entspannend, entzündungshemmend und desinfizierend. Massage- und Duftöle haben positive Wirkung auf Psyche und Organismus.

Giftpflanze des Jahres – Tollkirsche
Das Nachtschattengewächs gilt als extrem giftig. Nach den dunkelvioletten Blüten erscheinen die schwarz glänzenden Früchte. Sie schmecken nicht bitter und sind daher noch gefährlicher. Erste Anzeichen sind weit geweitete Pupillen, eine umgehende Behandlung durch Arzt bzw. Krankenhaus ist notwendig.

Staude des Jahres - Rutenhirse
Endlich eine Pflanze, die mit dem Klimawandel ganz gut leben kann. Das Gras benötigt, einmal gepflanzt und eingewässert, kaum noch Pflege. Trockene bis mäßig feuchte Böden sind ideal. Attraktiv ist die Staude auch im Winter, wenn sie sich mit Raureif schmückt.

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