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Karl Ploberger
© Christoph Böhler

Garten-Tipps

Der Pflanzenflüsterer
von Karl Ploberger

So geht das richtige Überwintern – im Glashaus, Wintergarten, Keller oder Treppenhaus

Seit Jahrhunderten ist es das Ziel der Gärtnerinnen und Gärtner dem Wetter ein Schnippchen zu schlagen und Pflanzen zu kultivieren, die normalerweise bei uns nicht wachsen würden. „Kübelpflanzen“ nennen das die Gärtner und wissen, dass irgendwann der Moment kommt, dass man sie vor zu viel Kälte schützen muss. Hier sind die wichtigsten Tipps, wo welche Pflanzen am besten überwintert werden können.

Das Glashaus
Das Gewächshaus ist sicherlich seit Jahrhunderten der Traum der Gärtner. Mit mehr oder weniger großem Aufwand kann man dort die Bedingungen schaffen, die die Pflanzen benötigen. Im beheizten Gewächshaus (10-20 Grad) lassen sich alle tropischen Pflanzen, wie Orchideen, tropische Grünpflanzen (Kaffee, Kakao oder Vanille) oder tropische Citrus überwintern. Freilich ist das extrem teuer und wohl nur für Botanische Freaks interessant. Das frostfreie Gewächshaus dagegen ist schon eher für Hobbygärtner ideal. Hier lassen sich im Prinzip alle Kübelpflanzen überwintern. Ideal für Kamelien, Oleander, Hanfpalme, Olive, Lorbeer. Hält man es etwas wärmer (um die 7 Grad), dann können hier auch perfekt alle Zitronen, Mandarinen und Orangen aufgestellt werden. Wichtig bei allen Pflanzen: ganz wenig Gießen.

Der Wintergarten
Hier beginnt bereits die Problematik, denn das grüne Wohnzimmer ist wohl auch gedacht im Winter ein wenig Sonne zu tanken. Und dann wird es da schon zu warm für die meisten Kübelpflanzen. Oleander, Olive oder Kamelien beginnen bei Temperaturen jenseits von 15 Grad zu leiden. Werfen Blätter oder Knospen ab und sind dann oft ein Magnet für Schädlinge. Wenn Wintergarten, dann als wirklich kühlen Ort wählen, der, wann immer die Sonne die Luft zu stark erwärmt, gelüftet werden sollte. Der eine oder andere Kaffee bei angenehmen Zimmertemperaturen sollte aber möglich sein. Auch hier gilt: wenig gießen, aber sicherlich mehr, wie im ungeheizten Gewächshaus oder Keller.

Der Keller
Das wohl häufigste Überwinterungsquartier für die Hobbygärtner. Das Problem dabei ist meist: es ist in neugebauten Häusern zu warm und zu dunkel. Daher lüften, damit die Temperatur unter 8 bis 10 Grad bleibt und alle wintergrünen Pflanzen, wie Oleander, Olive oder auch die Citrus unbedingt mit einem Kunstlicht etwa 6 bis 8 Stunden am Tag beleuchten. Ist es kühler und gießt man wirklich ganz dosiert, geht es auch ohne extra Licht. Neue LED-Beleuchtungen mit speziell abgestimmter Lichtfarbe sind energiesparende Möglichkeiten diese Räume optimal zu nutzen. Kübelpflanzen, die das Laub verlieren, wie der Granatapfel, die schmalblättrige Schmucklilie oder Fuchsien sind hier gut aufgehoben.

Das Treppenhaus
Ist es wirklich ungeheizt und hat es nicht mehr als 10-12 Grad, dann fühlen sich viele Pflanzen vor einem großen Fenster sehr wohl. Gießen muss man hier nach Bedarf und man sollte die Pflanzen auch immer auf Schädlinge kontrollieren. Balkonblumen, wie Pelargonien (Geranien) fühlen sich hier besonders wohl. Auch die Dipladenien sind hier gut aufgehoben, wenn sie mit Blättern überwintern. Lässt man sie einziehen (wie Dahlien), dann können sie ganz trocken auch im dunklen Keller stehen.

Gartenfragen zum Überwintern
Soll ich meine Kübelpflanzen jetzt im Herbst zurückschneiden? Ich muss sie alle im Keller überwintern, und vor allem, die Oleander sind enorm gewachsen!
Generell gilt, dass der Rückschnitt im Frühjahr besser ist, weil die offenen Schnittwunden in einem nicht optimalen Überwinterungsraum eine Eintrittsstelle für Pilzerkrankungen sind. Freilich: sind die Pflanzen zu groß, wird man wohl oder übel den einen oder anderen Ast abschneiden.

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