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Univ. Doz. Dr. Barbara Zink
© Helge Bauer

Gesundheit | Interview

Das Bedürfnis nach Schönheit…

Univ. Doz. Dr. Barbara Zink, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, im aktuellen Interview über Schönheitswahn, Männer unter`m Skalpell und notwendige Korrekturen.

Sie gilt als Expertin im Bereich der Plastischen, Ästhetischen und Rekonstruktiven Chirurgie: Die gebürtige Kärntnerin Univ. Doz. Dr. Barbara Zink, Diplomate of Ebopras. Im Gespräch mit “Das Wien” spricht die gelernte und anerkannte Chirurgin über das heutige Schönheitsideal, notwendige „Korrekturen“ und mögliche Eingriffe in die menschliche Hülle. Zink operiert als Konsiliarfachärztin in zwei Spitälern und in ihrer modernen Klagenfurter Praxis. Und die Ärztin stellt fest, dass die Nachfrage nach Weihnachtsgutscheinen für „Schönheitsbehandlungen“ weiter steigt.

Das Wien: Schlagwort „Schönheitschirurgie“. Ist das nur etwas für die Schönen und Reichen?
Dr. Zink: Diese Zeiten sind vorbei. Die Möglichkeiten der operativen Eingriffe wurden durch ein großes Spektrum an minimal invasiven Behandlungen erweitert. Darüber hinaus sind, getriggert durch den heutigen Lifestyle unsere Leistungen einem deutlich breiteren Publikum zugänglich geworden und damit auch leistbarer. Veränderungen am Körper vorzunehmen wurde enttabuisiert, man ist auch bereit für Gesundheit und Wohlbefinden Eigenleistung zu erbringen.

Das Wien: Was versteht man eigentlich genau unter Plastischer Chirurgie?
Dr. Zink: Leider kommt es hier immer wieder zu einer Vermischung der Fachbegriffe. Das Fachgebiet setzt sich im Wesentlichen aus drei Bereichen zusammen. Die Plastische Chirurgie verbessert Körperform und Funktion, die Ästhetische Chirurgie verbessert Altersveränderungen und korrigiert gefühlte Makel und die Rekonstruktive Chirurgie umfasst Brust-, Tumor-, Verbrennungs-, Nerven-, Micro-, Hand- und Replantationschirurgie. In der Öffentlichkeit wird der Plastische Chirurg leider immer öfter auf den Ästhetischen Bereich reduziert und fälschlicherweise als Schönheitschirurg bezeichnet.

Das Wien: Welche Möglichkeiten umfasst dieser medizinische Bereich? Oder anders gefragt: Was kann und sollte man alles „korrigieren“?
Dr. Zink: Als Mediziner steht für mich die Wiederherstellung von körperlicher Gesundheit und Funktionalität im Vordergrund. Der Gesundheitsbegriff beinhaltet aber auch das seelische Wohlbefinden. Die Korrektur von körperlichen Makeln ist für mich daher nicht im Widerspruch. Es gilt jedoch genau abzuwägen, ob die Wünsche und Ziele auch realisierbar sind. Durch die bunte Medienwelt wird die Realität oftmals verzerrt. Mit Hilfe einer Fachberatung sollten die Möglichkeiten, aber auch die Risiken im Einzelfall gut darstellbar sein. Die Entscheidung es wirklich „machen zu lassen“ muss schlussendlich jedoch selbst gefällt werden.

Das Wien: Stimmt es, dass sich immer mehr Männer unter das Messer legen – und für welche Operationen?
Dr. Zink: Im Laufe der letzten Jahre sind unsere Männer nicht nur mode- und figurbewusster geworden. Auch sie möchten das Rad der Zeit anhalten, oder ihr äußerliches Erscheinungsbild optimieren. Dabei musste ein Umdenken auch in unseren Reihen erfolgen, -denn Männer wollen weiterhin auch männlich aussehen. Die Wünsche sind wie bei uns Frauen mannigfaltig, zu den Hauptproblemen gehören der Bauch, die Brustregion und die Lidkorrekturen. Wenig invasive Eingriffe zur Faltenlinderung, wie Botulinumtoxin oder Hyaluronsäure, oder diverse Lasertherapien zu Hautverjüngung werden häufig gefragt. Rote Äderchen an der Nase, braune Flecken im Gesicht oder am Handrücken findet „mann“ auch nicht schick.

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