Aktuelles

Criticus

Aktuell

Criticus

Der „blauer Geist“…

Er ist da – und wieder weg. Und doch wieder da….Das hatten wir ja alles schon. Mit Jörg Haider. Jetzt kopiert ihn Ex-FP-Chef H.C. Strache, der den Verlust seines Vizekanzlersessels nicht verschmerzen kann. Menschlich verständlich, politisch ungeschickt! Nach Ibiza stürzte der bisherige Oberblaue ins Bodenlose, schlug verbal um sich und ließ an „seiner“ FP kaum ein gutes Haar. Kürzlich kündigte der gelernte Zahntechniker, der bei einer Pro-Raucher-Demo wieder große Worte fand, seine Rückkehr in die Politik an. Und zwar gleich als Wiener Parteichef! Dabei hatte er bei seinem dramatischen Rücktritt doch auf alle Ämter verzichtet! Die Ablehnung seiner Wiener „Freunde“ erfolgte postwendend. Strache wird allerdings bei der Wiener Wahl antreten! Mit einer eigenen Partei. Darüber hat der Ex-Parteichef vermutlich mit Milliardär Frank Stronach geplaudert. Er braucht dringend Geld für so einen Wahlkampf. Das dürfte die Blauen, die schon vor diversen Skandalen in der Bundeshauptsstadt nie sonderlich punkten konnten, vor neue Schwierigkeiten stellen. Wie die EU-Wahl gezeigt hat, verfügt der ehemalige Parteichef immer noch über genügend Sympathisanten. Die FP könnte es förmlich zerreißen. Und Strache dürfte sogar seine Ex-Partei mit ihrem Wiener Parteichef Nepp überholen!

Und das Handy wurde Strache mehrmals zum Verhängnis. Schon der SMS-Irrläufer an politische Mitbewerber bei der Nationalbank-Postenbestelltung sorgte für Kopfschütteln. Der zweite Mann in der Regierung forderte damals einen vierten NB-Direktor, damit der Einfluss seiner Partei nicht sinkt. Postenschacher pur. Ohne Wissen des damaligen Kanzlers? Bei der Casino-Affäre ist der Eindruck, den die Blauen hinterlassen, schlicht fatal – ein junger Bezirksrat wird auf den hoch dotierten Posten eines Finanzvorstandes gehievt, obwohl zuständige Personalberater davon abgeraten hatten.

In diesem Fall soll es sogar ein „Gegengeschäft“ gegeben haben – ein künftiges Gesetz, das dem Glückspielkonzern mit seinen drei großen Playern zusätzliche Millionen hereinspülen könnte. In dieser Causa erhebt die Staatsanwaltschaft, es gilt für alle die Unschuldsvermutung. SMS zeigen aber den leichtfertigen Umgang mit Postenbesetzungen, zumindest bei der damaligen FP-Spitze. Die Diskussionen über Straches Spesenkonto, seine angeblichen Wohnungszuschüsse und mögliche Entschädigungen für teure Aufwendungen seiner Gattin sorgen ebenfalls für Unverständnis wie SMS über die „sichere Verwahrung von Akten“ . Auch der von der Partei bezahlte Zaun auf dem Privatgrund des Parteichefs Hofer und der Goldschatz in einer idyllischen Pension in Osttirol haben die Glaubwürdigkeit der selbst ernannten „Arbeiterpartei“ nicht sonderlich gestärkt. Das hat zuletzt der massive Absturz bei der Steiermark-Wahl bewiesen – mit einem Spitzenkandidaten und Ex-Verteidigungsminister Kunasek, der das Heer als riesigen Scherbenhaufen und mit hohen Schulden hinterließ und in die Steiermark „flüchtete“. Geholfen hat es ihm nichts. So schwebt der „blaue Geist“ weiterhin über der FP, auch wenn andere Parteien in der Vergangenheit ebenfalls mit allen wichtigen Posten eifrig gehandelt haben.

› zum Artikel

Zurück