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Stadträtin Ulli Sima beim Test der Sprühduschen in der Wiener Innenstadt.
© PID/Christian Fürthner

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Beim Klimaschutz ist noch viel zu tun – Wien sehr aktiv

Mit 365 Euro das ganze Jahr in eines der weltweit besten Öffi-Netze.

Das Wien: Der Sommer hat Wien fest im Griff, die Hitzetage und Tropennächte nehmen zu. Was tut die Stadt dagegen?
Sima: Der globale Klimawandel ist längst auch bei uns spürbar. Als Stadt Wien setzen wir seit Jahrzehnten aktive Klimaschutzmaßnahmen und haben nicht zufällig die geringsten CO2-Emissionen pro Kopf. Aber Sie haben Recht, die Hitzeperioden nehmen zu. Die heißen Phasen setzen vor allem Älteren und Kranken besonders zu. Wir versuchen daher mit cooling-Maßnahmen, die Plätze abzukühlen und Wien auch im Sommer für alle lebenswert zu halten.

Das Wien: Was genau passiert da?
Sima: Wir kühlen die sogenannten urbanen Hitzeinseln ab – mit Sprühduschen, Spritzschläuchen – als Sofortmaßnahme an heißen Tagen. Die Experten der MA 31-Wiener Wasser haben etwas Tolles erfunden: Sie setzen auf die Hydranten Sprühduschen – wir nennen sie „Sommerspritzer“ und kühlen damit die Umgebung. Die Stadtgärtner haben Nebelduschen in vielen Parks installiert und auf ganz heißen Plätzen, wie dem Schwarzenbergplatz oder dem Praterstern, gibt es in Intervallschaltungen Spritzschläuche, die kühlen. Aber wie gesagt, das sind Sofortmaßnahmen. Für nachhaltige Abkühlung begrünen wir Gebäude und schaffen neue Grünräume. Im Rahmen eines 8 Mio. Euro Sonderbudgets pflanzen wir neue Bäume – zu den 480 000 bestehenden.

Das Wien: Wo sind die zentralen Ansätze für den Klimaschutz in Wien?
Sima: Da haben wir seit 1999 ein umfassendes Klimaschutzprogramm, aktuell arbeiten wir am dritten. Zentral ist der weitere Ausbau des öffentlichen Verkehrs – wir sind hier schon Weltspitze, jeder, der vielleicht im Urlaub im Ausland war, wird zugeben, dass die Wiener Öffis großartig, sauber, schnell und vor allem unschlagbar günstig sind. Mit 365 Euro das ganze Jahr im besten Netz, das muss uns erst einmal einer nachmachen. Aber klar: Beim Klimaschutz ist noch viel zu tun, wir sind als Stadt sehr aktiv, denn es geht um die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Anders als die ehemalige türkis-blaue Bundesregierung, die auch in Sachen Klimaschutz einen Scherbenhaufen hinterlassen hat, der uns vermutlich noch viel Geld an Strafzahlungen kosten wird, weil Österreich beim Klimaschutz auf den allerletzten Plätzen rangiert, handeln wir in Wien. Wir setzen auf erneuerbare Energien, wie die Fernwärme, forcieren die Fernkälte und auf Wärmedämmung. Aber der Verkehr ist und bleibt zentraler Ansatzpunkt. Hier gilt es vor allem, den Pendlerinnen und Pendlern aus Niederösterreich und dem Burgenland ein Angebot zu machen, gemeinsam mit den anderen Bundesländern. Denn während die Wienerinnen und Wiener zu 2/3 öffentlich, zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, kommen die Pendler zu 2/3 mit dem PKW. Hier müssen wir gemeinsam Lösungen finden. Und das werden wir auch tun!

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