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Dompfarrer Toni Faber
© Suzy Stöckl

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Anstöße
Von Dompfarrer Toni Faber

Das Leben nach Corona

Mittlerweile sind wir vielleicht sogar schon gut erprobt im eingeschränkten Alltag. Mit Sicherheit wird es aber ein ganz eigenes Osterfest werden. Keinesfalls darf aber die physische Distanz, die wir gegenüber allen einzunehmen haben, zur Verringerung unseres mitmenschlichen Engagements führen!

Leichtes Spiel haben derzeit Worst-case-Szenarien. Fatalerweise blockiert Angst und verunmöglicht, was eigentlich möglich wäre. Die Zukunftsforscher Matthias und Tristan Horx gehen andere Wege: Sie laden ein zur „Corona-Rückwärts-Prognose“ – einem Gedankenexperiment, bei dem wir uns in den September 2020 versetzen. Also statt einer PRO-Gnose schlagen sie die RE-Gnose vor: Wie werden wir bei einer Tasse Kaffee rückwirkend die jetzige Zeit beurteilen? Worüber werden wir uns nach der Krise im Herbst wundern?

Sicherlich haben wir schon Änderungen in unserer Kommunikation vorgenommen: Vielleicht mehr Zeit für längere persönliche Telefonate. Mehr Telefon- oder Skype-Konferenzen. Die neu entdeckte Variante des E-Learnings. Der globale Nahe-Stillstand hat aber auch eine drastische Verringerung des CO2-Wertes zur Folge, wie es die kühnsten Forscher nicht für möglich und politisch für durchsetzbar gehalten haben. Leider auf Kosten einer unvermittelt und brutalen Umwälzung der Wirtschaft, wo kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Andererseits: Tun sich da in der Neuaufstellung nicht auch echte Chancen auf? Eine neue Hochschätzung der Regionalität wird im Wiederaufbau eine ganz große Rolle spielen. Und hoffentlich bleibt mehr Zeit zum Bücherlesen.

Wir werden uns wundern, was alles neu entstehen kann, so die optimistischen Zukunftsforscher (www.horx.com) gegen alle fasche Hysterie und Panikmache.

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