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Dompfarrer Toni Faber
© Suzy Stöckl

Aktuell

Anstöße
Von Dompfarrer Toni Faber

Nütze dein Leben!

Welch Farbenpracht und Ausblickswelten vom Kahlenberg aus! Beides genieße ich an meinem freien Tag bei einer Wanderung durch die Weinberge in vollen Zügen. Und ich nütze die Gunst der Stunde, will das nahegelegene Grab von Niki Lauda besuchen und ein Kerzerl anzünden als Ausdruck meines wertschätzenden Angedenkens und Gebets. Doch o Schreck, die Gruft ist leer! Dem Geflüster einiger Besucher entnehme ich das Wort „Verschwörung“, es geht aber alles mit rechten Dingen zu: Die Gruft wird lediglich den neuesten Bestimmungen entsprechend umgebaut und renoviert. Niki wird also auch auf Erden bald wieder seinen festen Platz haben.

Der Spätsommer hat sich noch einmal ordentlich aufgebäumt, die für den Herbst typischen Nebelschwaden bieten allerdings kräftig Paroli. In der trüben Jahreszeit gehen unsere Gedanken öfter zu unseren lieben Verstorbenen. Am Fest Allerheiligen schauen wir auf das hin, was den heiligen Frauen und Männern gelungen ist: Sie sind im irdischen Leben mit ihren Plänen, Wünschen und Sehnsüchten, aber auch mit ihren Fehlern und Versagern ganz bei Gott angekommen. An Allerseelen erhoffen und erbitten wir das für alle unsere Verstorbenen.

Der Gräberbesuch und die liebende Sorge um unsere Verstorbenen können für uns alle zum Anstoß werden, angesichts der eigenen Vergänglichkeit rechtzeitig vorzusorgen: die Regelung des Nachlasses, des Begräbnisses, Patientenverfügung usw. Wieviel Streit und Ärger könnten vermieden werden, wenn zumindest dies alles geregelt wäre! Allerheiligen und Allerseelen laden also dazu ein, dankbar für das Leben zu sein und unseren lieben Verstorbenen mehr als die letzte Ehre zu erweisen.

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