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Dompfarrer Toni Faber
© Suzy Stöckl

Aktuell

Anstöße
Von Dompfarrer Toni Faber

Rudi, du fehlst uns!

Plötzlich und unerwartet ist Bundesminister a.D. Rudolf Hundstorfer aus dem Leben gerissen worden. Unser Mitgefühl ist bei seiner geliebten Gattin Karin, bei seiner Familie und bei den Frauen und Männer aller gesellschaftlichen Gruppierungen und Parteien, Genossen und Wegbegleiter aus dem Wiener Rathaus und der Gewerkschaft, die ihn geschätzt haben.

Ich durfte ihn als einen Menschen mit dem Herzen am rechten Fleck und als unnachahmlich verbindende Persönlichkeit kennenlernen. Bei jeder Begegnung, egal in welcher politischen Funktion, haben mich seine Aufrichtigkeit und sein Humor beeindruckt. Keine Aufgabe war ihm zu groß, kein Problem unlösbar. Wo andere in Panik verfallen und zuallererst die Schuld bei anderen suchen, ist er immer der gewesen, der die Ärmel aufgekrempelt und problemorientiert Hand angelegt hat. Nicht der billige politische Erfolg war ihm wichtig, vielmehr sollte für die konkret betroffenen Menschen etwas weitergehen. Ein wahrhafter Menschenfreund.

Lösungen für die Wiener Gemeindepolitik, für den schlingernden ÖGB, die sozialen Herausforderungen im ganzen Land – immer suchte er Gesprächspartner, die mit ihm unaufgeregt das jeweils Bessere anstrebten. Ich kenne keinen politisch interessierten Menschen, der über ihn nicht mit besonderer Wertschätzung gesprochen hat. Obwohl er bei der Präsidentschaftswahl unverständlicherweise nur schwache Zustimmung erhielt, hat er weiterhin gelassen und ehrlich den Menschen gedient. Ein echter Minister.

Lieber Rudi, du fehlst uns sehr! Ob auf der politischen Bühne oder auf dem so geliebten Tanzparkett bei unzähligen Bällen. Leg auch im Himmel ein gutes Wort für uns ein. Dort steht soziale Partnerschaft sicherlich vor dem Einzelkämpfertum.

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