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Dompfarrer Toni Faber

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Von Dompfarrer Toni Faber

Zeiten der Krankheit

Krank zu sein wünscht sich niemand, und doch passiert es immer wieder. Manchmal genetisch bedingt, oder es meldet sich eine veranlagte Schwachstelle. Nicht gesund zu sein kann natürlich auch eine Folge unserer Lebensgestaltung sein. Wer wüsste nicht, wie er gesünder leben könnte? Nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung setzt die hehren Vorsätze allerdings tatsächlich um. Was wir bitte nie dürfen, ist, Krankheit jemandem als direkte Folge seiner Lebensgestaltung aufzurechnen; das wäre ein böses Verdrehen manch schicksalsträchtiger Lebenswendungen.
Wie mit Krankheit umgehen? Klagend, Verantwortung abweisend? Oder packen wir den Stier sozusagen bei den Hörnern und versuchen das Beste? Als gläubige Menschen wissen wir uns neben der Kunst der Ärzte und der in der Pflege so hingebungsvoll tätigen Menschen getragen von der spürbaren Wirklichkeit der heilenden Kraft Gottes.

Mehr als krank sein
Zehn Tage Spital habe ich aktuell hinter mir, weil mich mein altes Bauchspeicheldrüsen-Leiden wieder einholte. Ich durfte erfahren, was ein bewusstes Loslassen und das Annehmen und Durchleiden meiner Krankheit bedeutet. Schritt für Schritt der Heilung entgegenzugehen heißt vor allem auch, den Blick zu weiten hin auf die sorgende Umgebung, und nicht nur auf die eigenen Symptome zu schauen: Wie kann ich im Alltag meinen Mitmenschen hilfreicher und aufmerksamer begegnen und ihnen damit zu mehr Leben verhelfen? Wo darf ich in meiner Dankbarkeit wachsen und gerade dadurch aufmerksamer mit meiner Gesundheit und den Bedürfnissen der Menschen um mich herum umgehen?
So unerwünscht Krankheiten sind – sie sind keine verlorene Zeit, weil gerade hier das Leben reift!
Im Gedenken und Gebet für all unsere Kranken grüßt Sie Ihr dankbarer Toni Faber

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