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Dompfarrer Toni Faber

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Anstöße
Von Dompfarrer Toni Faber

Gegen die Armut

Die Vorweihnachtszeit wird zu Recht für die Suche nach Geschenken genützt. Wer freut sich nicht über eine kleine Aufmerksamkeit?! Bisweilen kommt das Einander-Beschenken jedoch einem Warenaustausch gleich.

Bis vor einigen Jahren hatten wir in der Priesterwohngemeinschaft den weihnachtlichen Brauch, einander Bücher zu schenken. So bin ich also mit zehn ausgesuchten Büchern ausgestattet zu unserer Weihnachtsfeier gegangen und mit zehn von den Mitbrüdern mir überreichten Büchern zurückgekommen.
Mehr Freude kann man denen zuteilwerden lassen, die nicht die Möglichkeit haben, alles auf materielle Weise zurückzugeben.
Arme habt ihr immer bei euch. In Würde und Augenhöhe mit ihnen umzugehen ist eine große Herausforderung, die aber allemal mehr Potenzial zur Freude beim Beschenkten als auch beim Geber in sich trägt. – Papst Franziskus hat anlässlich des Welttages der Armen alle aufgerufen, es der großen Patronin der Nächstenliebe, der heiligen Elisabeth von Thüringen (Gedenktag am 19. November) gleich zu tun.

Für die Würde
Obdachlose, Arme und Bedürftige haben in und rund um St. Stephan wieder erfahren dürfen, dass wir mit ihnen und für sie beten, aber es nicht nur bei Worten belassen. Nach dem gemeinsamen Gebet waren sie zum „Festmahl für den Nächsten“, einem Drei-Gänge-Menü, herzlich eingeladen. Weiter ging es zu den Village cinemas, wo wir gemeinsam mit Kardinal Schönborn den Papst Franziskus-Film anschauen und unsere Aufgaben und Möglichkeiten in Kirche und Welt bedenken konnten.
Ob im Gebet, beim Festmahl oder beim zu Tränen rührenden Kinobesuch – immer ging es darum, dem einzelnen Menschen in seiner Bedürftigkeit in Würde zu begegnen.

Im heurigen Advent nehme ich mir vor, jedem Gegenüber mehr Würde als sonst was zu schenken.

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