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Geschätzte Leser! Liebe Leserinnen!

Wann wird uns die Regierung die Wahrheit sagen?

Bis jetzt ist alles gut gegangen“, soll der Mann, der aus dem 50. Stockwerk gesprungen ist, bei seinem Vorbeiflug im 10. Stock noch gesagt haben. Ähnlich geht es uns mit der Coronapandemie, die immer mehr zu einer Wirtschaftspandemie wird. Bis jetzt ist alles noch relativ gut gegangen. Allerdings könnte uns ein böser Herbst bevorstehen.

Während die Blätter fallen, steigen die Arbeitslosenzahlen, die Insolvenzen und auch die Fallzahlen der an Corona Infizierten. Keine rosigen Aussichten also. Einen zweiten Lockdown kann sich Österreich nicht leisten. Das wäre der Tod der Wirtschaft und somit auch der Tod von hunderttausenden Arbeitsplätzen. Experten rechnen ohnehin damit, dass mit Auslaufen der Kurzarbeit die Arbeitslosenzahlen explodieren. Man spricht von bis zu eineinhalb Millionen Menschen ohne Job. Damit wäre nicht nur die Wirtschaft am Sand sondern auch unser Sozialsystem. Eine derartig hohe Zahl an Beschäftigungslosen kann das beste AMS auf Dauer nicht stemmen. Dazu kommt noch, dass die Rettung in Form einer wirksamen Corona-Impfung nicht in Sicht ist. Ganz im Gegenteil, hat vergangene Woche der Pharmakonzern Astra-Zeneca seine Impfstoppentwicklung wegen zu starker Nebenwirkungen eingestellt.

Während die Beschäftigten im geschützten Bereich – sprich die Beamten in Bund, Land und Gemeinden – die Lockdown-Phase gut überstanden haben und im Home-Office einen Quasi-Urlaub mit vollen Bezügen verbracht haben, sieht die Situation in der freien Wirtschaft teilweise dramatisch aus. Besonders betroffen ist etwa die Nachtgastronomie, die immer noch nicht voll aufsperren darf. Ebenso am Boden liegt der für die Hotellerie so wichtige Kongresstourismus, denn Kongresse sind ebenso abgesagt, wie Seminare, Klausuren oder Incentive-Reisen. Ebenso massiv betroffen sind kleine spezialisierte Zulieferbetriebe, die große Konzerne mit ihren Produkten versorgen. Denn wenn der Großkonzern einen „Schnupfen“ hat, kann das für den Zulieferbetrieb, das wirtschaftliche Todesurteil sein. Es werden daher mehr Betriebe an Corona sterben als Menschen. Ein wesentlicher Faktor, der gegen einen weiteren Lockdown spricht.

Wenn die düsteren Prognosen eintreffen und wir tatsächlich auf mehr als eineinhalb Millionen Arbeitslose zusteuern, dann wird das auch der ohnehin schon betroffene Einzelhandel spüren. Kein Arbeitsloser wird größere Anschaffungen tätigen, geschweige denn auf Urlaub fahren oder gar ein Haus bauen. Damit steuern wir auf eine Rezession zu, wie sie Europa in den vergangenen 90 Jahren nicht erlebt hat. Während unsere Eltern oder Großeltern Weltkriege erlebt haben, werden wir einen Armuts- und Sozialkrieg erleben. Wie das eine wohlstandsverwöhnte Generation wie die unsere aushalten wird, wagt noch niemand zu beurteilen. Werden die Leute auf die Straße gehen? Wird es zu Verteilungskämpfen ums nackte Überleben kommen, und wen werden die aufgebrachten Massen zur Verantwortung ziehen?

Heinz Knapp,
Herausgeber


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