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Party ja, Disco nein

Rund um den Kärntner Wörthersee steppt der Bär, am Wiener Donaukanal werden täglich spontane Freiluftpartys gefeiert und die bulgarische Goldküste hat laut Medienberichten den Ballermann auf Mallorca abgelöst. Party, Party, Party. Und das wohlgemerkt trotz Corona.

Nach wie vor tote Hose herrscht allerdings bei der sogenannten Nachtgastronomie – sprich in Discos, Clubs und Bars. Auf diese Betriebe wurde von der Bundesregierung bei den ganzen Corona-Regelungen offenbar vergessen. Es macht für eine Disco logischerweise wenig Sinn um 22.00 Uhr aufzusperren, wenn sie wie von der Bundesregierung angeordnet, um spätestens 01.00 Uhr wieder zusperren muss. Das rechnet sich wirtschaftlich einfach nicht. Ein Umstand, der die Betreiber dieser Lokale nun auf die Barrikaden steigen lässt. Nach dem nun bereits seit März andauernden Lockdown geht es für viele Betriebe um die nackte Existenz.

So stellen die Nachtbetriebsunternehmer die berechtigte Frage, warum das Virus nach 01.00 Uhr gefährlicher sein soll, als in der Zeit davor. Ein weiterer Kritikpunkt ist auch, dass in den Laufhäusern, Bordellen alles andere als tote Hose herrscht. Seit März müssen wir mit Verboten, Geboten und dem Mund-Nasen-Schutz – der Maske – leben. Brav haben wir uns im Shutdown an alle Regeln gehalten. Offenbar erfolgreich, denn die Coronazahlen sind zurückgegangen. Daraufhin hat die Bundesregierung weitreichende Lockerungen erlassen. So durften die Gastronomie und alle anderen Geschäfte wieder aufsperren. Alle, bis auf die Nachtgastronomie.

Jetzt, nachdem wir uns monatelang an die Abstandsregeln samt Babyelefanten gewöhnt haben, könnte man es durchaus riskieren auch die Nachtgastronomie wieder aufzusperren. Als Laie scheint es vernünftiger, einen kontrollierten Club- und Discobetrieb zuzulassen, als spontane Partys, wie sie derzeit etwa am Donaukanal oder der Donauinsel stattfinden, zu tolerieren. Aber wer weiß, welche einschneidenden Erfahrungen der eine oder andere Minister in Discos gemacht hat.

Heinz Knapp,
Herausgeber


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